Montag, 3. Juli 2017

Mai Road Trip – Auf nach Waterton Lakes National Park & Glacier National Park


26.05.2017 – Freitag – Banff – Calgary – Waterton Lakes National Park

Heute startet endlich mein erster richtiger Road Trip. Zusammen mit Christiana erkunde ich innerhalb einer Woche verschiedene Nationalparks in Kanada & USA. Zuerst führte uns aber unser Weg in die Metropole Calgary. Stephan fliegt heute zurück nach Deutschland und wir bringen ihn an den Flughafen. 

Roadtripping

Mt. Rundle

Berge von Canmore

Damit wir alle noch etwas von Calgary sehen bevor es losgeht, geht´s für uns auf den Calgary Tower. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt, die Rocky Mountains im Hintergrund und die Prärie. Wir haben dazu heute richtig gutes Wetter, so dass man alles gut sehen kann. Das Ticket hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bevor wir zum Flughafen gefahren sind, haben wir uns in einem nahegelegenen Café noch Banana Bread und Kaffee gegönnt. Dann hieß es auch schon Abschied von Stephan nehmen und los ging´s in Richtung Süden. Bye, bye und komm gut nachhause. 

Calgary - The Bow Building

Calgary and the Rocky Mountains

Calgary - Stampede area

In knappen drei Stunden ging es für uns zwei Mädels zum Waterton National Park. Die Fahrt war recht sehenswert erst recht als wir vom großen Highway abgezweigt sind und über Landstraßen weitergefahren sind. Vom flachen Land rund um Calgary fährt  man langsam wieder in die Berge. Sehr beeindruckend!

Auf unserem Roadtrip nach Waterton Lakes NP

Auf unserem Roadtrip nach Waterton Lakes NP

Auf unserem Roadtrip nach Waterton Lakes NP


Auf unserem Roadtrip nach Waterton Lakes NP

Auf unserem Roadtrip nach Waterton Lakes NP

Arrived im Nationalpark - Lower Waterton Lake









Unsere erste Station ist der Waterton Lakes National Park. Wir werden hier zwei Nächte im Bayshore Inn Motel verbringen. Da es mittlerweile auch nicht mehr allzu früh war, sind wir direkt ins benachbarte Motel-Restaurant gegangen. Wir haben dort super lecker gespeist und dank des jährlich stattfindenden Food-Festivals gab es sogar noch ein Menü-Deal für 25 Dollar. Da haben wir natürlich nicht nein gesagt und es uns gut gehen lassen.

Bedient wurden wir von dem super netten Matthew, der Christiana an einen Arbeitskollegen von uns erinnerte, und zudem auch noch ein bisschen Deutsch sprach. Er hat nämlich Verwandtschaft in Deutschland und übt gerne, wenn sich Deutsche nach Waterton verirren. Allzu viele ausländische Touristen kommen noch nicht nach Waterton, was eigentlich auch ganz schön ist. Der Nationalpark gehört eher zu den Geheimtipps. Aber einer, der sich mehr als lohnt.

Unser Motel Zimmer

Motel Bayshore Inn




Matthew war dann auch noch so nett und hat uns Wanderwege für den morgigen Tag empfohlen. Eigentlich hatte ich eine Empfehlung von meinem Hiking Buddy Jas erhalten. Er hatte vorgeschlagen seinen Lieblings-Hike zum Crpyt Lake zu machen. Dafür hätte man zuerst mit der Fähre übern See fahren müssen und dann wäre es ordentlich den Berg hochgegangen. Das hörte sich für mich prima an, aber ich hatte nicht recht bei der Recherche gelesen, dass man später einen Art Klettersteig gehen muss, um überhaupt zum See zu gelangen. Matthew hat uns auch wegen der Länge der Wanderung eher die Wandertour zum Bertha Lake empfohlen. Und dafür haben wir uns dann später auch entschieden.

Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen durch den schnuckeligen Ort spaziert und zum See runter. Der Ort ist wirklich sehr pittoresk – eigentlich genau so wie man sich so einen kanadischen Urlaubsort am See vorstellt. Wir zwei sind gleich ganz verliebt und freuen uns schon auf den nächsten Tag!



27.05.2017 – Samstag – Waterton Lakes National Park

Im kleinen Café in unserem Motel haben wir anderntags gefrühstückt. Frisch gestärkt haben wir uns auf den Weg zu unserer Wanderung gemacht. Um zum Startpunkt zu gelangen, konnte man einen kleinen Fußmarsch durch den Ort machen. Dabei kam man zu einem kleinen Wasserfall, den Cameron Falls. Das fängt doch schon mal gut an.

Waterton Downtown

Upper Waterton Lake

Upper Waterton Lake
Waterton Downtown

Cameron Falls

Der Wanderweg schlängelte sich an einem Hügel entlang. Von dort oben hatte man einen ersten tollen Blick auf die kleine Stadt sowie den See. Beim traumhaften Wetter ein richtig schöner Anblick. Von dem kurzen Stopp ging es weiter zu den Bertha Falls. Bis dorthin liefen auch noch viele den Trail, aber danach wurden es schnell weniger. Wir wussten bald wieso. Denn der Weg ging ab dort nur noch in Serpentinen den Berg hoch und ab einer bestimmten Stelle ging es nur noch im Schnee vorwärts. Jetzt wurde es interessant. Der Schnee war glücklicherweise ziemlich gut zusammengetrampelt, so dass man meistens gar nicht einsank und dem Pfad gut folgen konnte.

Upper Waterton Lake

Bertha Lake Hike

Bertha Lake Hike
Bertha Lake Hike

Bertha Falls

Bertha Lake Hike

Bertha Lake Hike

Nach knapp 2 Stunden kamen wir am See an. Bertha Lake ist noch gefroren und es geht ein kalter Wind. Nichtsdestotrotz haben wir einen schönen Spot zum kurzen Picknick und für unsere Fotos gefunden. Wir haben wunderbares Wetter und die Sonne scheint über alle Berge. So lässt es sich aushalten.

Unser Weg zurück führte uns über die gleiche Route und rucki-zucki waren wir wieder unten am Seeufer angelangt. Dort haben wir uns zur Feier des schönen Tages erstmal ein großes Eis und ein Milkshake in dem super süßen Ice Parlour gegönnt und ein kleines Päuschen am See eingelegt. Ich habe die Füße mal kurz ins Wasser gehalten, aber das ist so kalt, dass man es nicht lange darin aushält. Stattdessen genießen wir lieber den Sonnenschein und den wunderbaren Ausblick auf die Berge und den See.

Bertha Lake

Bertha Lake

Bertha Lake

Upper Waterton Lake

Upper Waterton Lake

Upper Waterton Lake

Mit unserem flotten Mietwagen ging es anschließend noch ein bisschen durch die Gegend. Unter anderem sind wir die Straße in Richtung Cameron Lake entlanggefahren. Leider konnten wir nicht bis zum See fahren, da diese ab einem bestimmten Punkt wegen Schnee und Lawinen geschlossen war. Stattdessen sind wir wieder umgedreht und zu einer Wiese mit Büffeln gefahren. Dort kann man wie in einem Safari-Park mit dem Auto über die Büffelwiese fahren und nach den Büffeln suchen. Leider waren die Viecher etwas zu weit weg für uns um sie gut vor die Linse zu bekommen

Road to Cameron Lake

Road to Cameron Lake

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft haben wir noch an einer besonderen Unterkunft Halt gemacht: dem Prince of Wales Hotel auf dem Hügel vor Waterton downtown. Das Hotel sieht man auf sämtlichen Fotos über den Park und ist eine Art Symbol. Das darf natürlich auf unserer Tour der Fotostopps nicht fehlen.

Im Eingangsbereich des Hotels wird man ganz freundlich von einem Bell Man im Schottenrock in Empfang genommen. Er erklärt auf Wunsch einige Details zum Hotel und hat uns eingeladen durch die Lounge zu schlendern und Fotos zu machen. Er kommt aus Australien und lernt gerade ein bisschen Deutsch, um sich auf seiner anstehenden Europatour verständigen zu können. Seine Kenntnisse hat er auch gleich an uns ausgetestet.

Ein Blick in den Speisesaal und auf die Menü-Karte brachte uns dann auf die Idee abends hier essen zu gehen. Dies ist nämlich auch für Nicht-Hotelgäste möglich und schwups hatten wir eine Reservierung für den heutigen Abend gemacht. 

Prince of Wales Hotel

Upper Waterton Lake

Upper Waterton Lake

Bison Paddock Loop

Bison Paddock Loop

Bison Paddock Loop

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel zum Frischmachen und Umziehen ging es für uns also zurück zum ehrwürdigen Prince of Wales Hotel. Dort wurden wir wieder richtig freundlich vom Bell Man und den Empfangsdamen am Restauranteingang in Empfang genommen und später von unserem Kellner Justin begrüßt. Super freundlich wie alle Servicekräfte hier so sind, hat er uns zu unserem Tag in Waterton befragt und was wir noch alles vorhaben. Von ihm haben wir den Tipp für ein Pizza-Lokal auf der 2nd Street in unserer nächsten Station in Whitefish erhalten, da er vor kurzem auch dort zu Besuch war. Nachdem wir gestern schon so einen netten gutaussehenden Kellner hatten, wurde es heute noch besser. Für Justin ist alles entweder „awesome“ oder „no problem“ – herrlich! Wir sind auch ganz begeistert – vor allem ich!

Was uns allerdings immer wieder aufs Neue erstaunt ist, wie früh die Kanadier essen gehen und wie schnell sie danach die Restaurants räumen. Als wir um kurz vor 22 Uhr das Restaurant verlassen sind wir die letzten Gäste, aber wie uns versichert wurde: „last but not least“. Unser Bell Man verabschiedete sich von uns mit „Danki“ und „Süße Träume“. Welch schöner Abschluss dieses grandiosen Tages!

Prince of Wales Hotel

Prince of Wales Hotel

Aussicht vom Prince of Wales Hotel

Prince of Wales Hotel




28.05.2017 – Sonntag – Waterton Lakes National Park – Glacier National Park (Montana / USA)

Frisch gestärkt ging es nach unserem Frühstück noch zu einer weiteren Wanderung. Unser Ziel heute Morgen: Bear´s Hump. Das ist eine richtig populäre Wanderung, da es nur ein kurzer Weg und recht einfach vom Ort aus zu erreichen ist. Nach knapp einer halben Stunde steilem Aufstieg hatten wir eine traumhafte Aussicht auf den See, das Prince of Wales Hotel sowie Waterton downtown. Die Anstrengung hatte sich mehr als gelohnt und so konnten wir nochmal letzte schöne Fotos im Waterton Lakes National Park machen bevor es auf unserem Road Trip weiterging.

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Bear´s Hump Hike

Unser nächstes Ziel für heute ist Whitefish und davor die Fahrt durch den Glacier National Park. Um dorthin zu gelangen mussten wir einmal die Grenze passieren, denn der Park liegt in Montana in den USA und grenzt direkt an den Waterton National Park. Zusammen bilden die beiden den grenzübergreifenden Freedom Park.

Waterton Lakes National Park

Auf der Fahrt nach Glacier National Park (USA)

Der Grenzposten ist relativ übersichtlich und wir waren das einzige Auto, welches sich der Station näherte. Der Grenzbeamte im Wartehäuschen hatte uns nach einer ersten Sichtung der Papiere zuerst zum Parken des Autos und dann direkt ins Grenzhäuschen geschickt. Dort wurden wir erst etwas ruppig in Empfang genommen. Aber nachdem die Formalitäten wie Fingerabdrücke abgeben und Fotos machen, erledigt waren und ein paar Sätzen ausgetauscht wurden, wurde die Stimmung relaxt.

Der Boarder Officer fragte uns ob wir zwei Rouladen kochen könnten, aber wir mussten verneinen. Nachdem Christiana ihm dann auch noch offenbart hatte, dass sie sich hauptamtlich vegetarisch ernährt, guckte er etwas mitleidig. Er wollte von mir dann auch noch ganz genau wissen, wo ich den herkommen würde. Erst wusste ich nicht recht, wieso er das so genau wissen wollte, denn den Ort wird er doch unmöglich kennen. Er beharrte aber darauf und wie sich herausstellte, arbeitete er für die US Armee für einige Zeit in Rammstein in Rheinland-Pfalz und war deshalb auch öfters bei der US Base in Heidelberg. Er kennt somit die Ecke ganz gut und deshalb natürlich auch deutsches Essen. Seinem Kollegen hatte er dann von den riesigen deutschen Schnitzeln vorgeschwärmt. Passenderweise saß der gerade vor seinem Mittagessen – einer großen Portion Ravioli – und war auch gleich ganz angetan. Fleisch essen hier alle gerne und das vor allem auch viel.

Ein besonderes Andenken an den Grenzübertritt haben wir beide nun auch in unserem Reisepass: ein Stempel mit einem Grizzlybären. Nachdem der Boarder Officer meine ganzen Stempel im Pass und erst recht die fünf vom Inca Trail gesehen hatte, meinte er, das könne er so nicht stehen lassen. Er müsse direkt neben Pacchu Pichu einen ganz besonderen Stempel hinterlassen. Und Schwups hatte ich den Grizzly Stempel neben Pacchu Pichu. Christiana hat natürlich auch einen Grizzly-Stempel in ihren Pass bekommen. Der normale Stempel der US Behörde ist ansonsten nämlich ziemlich langweilig.

Grizzly Stempel im Reisepass
Da die Panorama-Straße “Going-to-the-Sun-Road” durch den Glacier National Park aufgrund von Schnee und Lawinengefahr noch gesperrt war, blieb uns nur übrig in Stichfahrten in den National Park zu fahren. Die Parkgebühr wurde uns nicht direkt wie erwartet am Kassenhäuschen abgeknöpft sondern wir mussten einen kleinen Zettel ausfüllen, die Parkgebühr in einen Umschlag packen und in eine Box werfen. So was habe ich bisher auch noch nicht erlebt. Ob da wohl jeder seine Gebühr entrichtet?

Ziel unserer Ausflugsfahrten in den Park waren zwei verschiedene Seen. Die Landschaften entlang der Straßen und rund um die Seen ist wirklich beeindruckend und es ist wiedermal schade, dass man nicht genug Zeit hat alles in Ruhe zu erkunden. Aufgrund der Sperrung müssen wir einen ziemlich großen Bogen fahren, so dass wir keine Zeit für kleinere Wanderungen haben. Deshalb haben wir nur jeweils einen kleinen Stopp am Sherburne Lake und am Two Medicine Lake eingelegt.

Sherburne Lake

Sherburne Lake

Sherburne Lake

Big Horn Sheep

Big Horn Sheep

Sherburne Lake


On the Road


Two Medicine Lake

Two Medicine Lake

Two Medicine Lake

Two Medicine Lake
In Whitefish kamen wir dann nach 19 Uhr an und waren erstmal völlig von unserem Hotel "The Lodge" überwältigt. Das ist der Knaller! Im Eingangsbereich steht ein riesiger ausgestopfter Grizzlybär und ein rießiger Elchkopf hängt von der Decke. Wir haben ein mega-großes Zimmer inklusive Gas-Kamin und mit einem überdimensionalen Badezimmer. Eine besondere Überraschung wartete auf dem Bett auch noch auf uns. Ein Eisbär zum Kuscheln liegt auf dem Bett und begrüßt uns freundlich.

Das Hotel liegt direkt am See und hat auch ein großes Restaurant. Kurzerhand und aufgrund der fortschreitenden Zeit haben wir uns dazu entschlossen im Hotel zu essen anstatt nochmal nach Whitefish downtown zu fahren. Wir wurden hier auch wunderbar bedient und haben uns unser Essen und unsere Feierabendgetränke schmecken lassen.

Elch in The Lodge

Grizzly in The Lodge

Hotel-Eisbär ... zum Kuscheln

Whitefish Lake

Happy Face after dinner

Sonntag, 2. Juli 2017

Die Tage vor meinem ersten Road Trip


23.05.2017 – Dienstag – Banff

An ein eigenes Auto kann man sich hier sehr schnell gewöhnen. Wie schade, dass ich heute meinen Mietwagen schon wieder abgeben muss. Aber was sein muss, muss sein. Das war die erste Amtshandlung heute Morgen bevor ich in der Wohnung etwas Haushaltskram erledigen musste.

Nachmittags rief dann schon wieder der Dienst im Supermarkt. Die heutige Schicht war eine lange. Von 14:00 bis 20:30 Uhr war ich heute eingeplant. Das geht schon ganz schön in die Beine und vor allem auch in den Rücken. Ich bin abends doch immer recht platt. Da merkt man erst mal was es bedeutet einen solchen Job zu machen. Schön ist es immer, wenn ich nette Kunden habe, die sich ein bisschen mit mir unterhalten. Dann verfliegt die Zeit wie im Flug. Über Langeweile kann man sich bei dem Job sowieso fast nicht beklagen, da der Kundenstrom fast nie abnimmt. Denn kaum wird die Schlange der wartenden Kunden etwas kürzer, stehen schon wieder neue Kunden an.

Heute Abend bin ich ausnahmsweise nach der Arbeit verabredet: Christiana und Stephan sind am Ende ihrer gemeinsamen Rundreise in Banff angekommen und wir haben uns nach meiner Schicht zu einem Absacker verabredet! Da freue ich mich schon seit Tagen drauf.

Eigentlich hatte ich mit den beiden schon in meiner Kundenschlange gerechnet, aber ich musste mich doch bis nach meiner Schicht gedulden. Das war so surreal: wir drei auf dem Parkplatz vor dem IGA! Was für eine Freude die beiden zu sehen!

Wir haben den Abend beim Feierabend-Bier im Karaoke Pub "Wild Bill's Legendary Saloon" ausklinken lassen. Gesungen haben wir allerdings nicht. Die beiden haben mir stattdessen ausführlich von ihren Tagen in Kanada erzählt und mir auch berichtet, dass sie mich doch im Supermarkt aufgesucht haben. Ganz unbemerkt haben die beiden sogar Fotos gemacht. Ich war so beschäftigt, dass ich das überhaupt nicht mitbekommen habe.

Leider muss ich die nächsten zwei Tage immer nachmittags und abends arbeiten, so dass wir uns nicht wie ursprünglich erhofft in aller Ruhe zum Dinner treffen können. Deshalb steht morgen Abend ein weiteres After-Work-Treffen an und für Donnerstag haben wir uns mittags verabredet. Da freue ich mich schon besonders drauf! 

In Aktion im Supermarkt

After Work Beer

Stephan, Christiana & ich


24.05.2017 – Mittwoch – Banff

Den heutigen Vormittag habe ich in der Wohnung verbracht. Es gibt ja doch immer was zu erledigen und das ein oder andere Telefonat will auch geführt werden. Heute Vormittag zum Beispiel mit meiner Schwester Bernadette. Wir haben uns schon länger nicht mehr am Telefon ausgetauscht. Es war also höchste Zeit dafür. Wie immer kommt man von Höxchen auf Stöxchen und so vergeht der Vormittag im Nu.

Für den heutigen Tag ist nach einigen warmen Tagen doch glatt wieder Kälte und Schneegestöber angesagt. Als ich mich auf den Weg zum Supermarkt gemacht habe, konnte man vom Schnee noch nicht allzu viel sehen, aber dafür war´s schon ordentlich kalt.

Während meiner Schicht ging es dann aber so richtig rund. Schön ist, dass man an der Kasse nahe am Ausgang ist und der Supermarkt viele große Fensterscheiben hat. Durch eine sieht man zum Beispiel meinen Lieblingsberg in Banff, den Mount Rundle. Man konnte richtig beobachten wie es immer mehr und mehr wurde. Dank der immer wieder offenen Eingangstüren wurde es auch ordentlich frisch an der Kasse. Meine Schicht ging heute von 13:00 bis 21:30 Uhr, was ganz praktisch war, denn so habe ich den Schneefall komplett „verpasst“. Als ich abends Feierabend hatte, war der Schnee auf den Straßen schon wieder weggetaut, aber dafür lag er noch in den Vorgärten und auf manchen Autos.

Nach einem kurzen Stopp zum Snacks und Wein einkaufen, bin ich dann nachhause gelaufen, um dort Christiana und Stephan zu treffen. Das war ganz praktisch. So konnte ich den beiden nicht nur meinen Arbeitsplatz sowie meinen Wohnort, sondern auch noch meine vier Wände zeigen.

Ein bisschen peinlich war mir die Unordnung und das Chaos von Denise schon und vor allem auch, dass es nicht wirklich sauber war. Aber das ist stückweit auch authentisches Kanada. Chaos vor und im Haus habe ich hier schon öfters erlebt und es scheint für manche Leute hier ganz normal zu sein. Ganz so ordentlich und sauber in Deutschland ist hier nicht. Die Menschen legen da einfach anders ihre Prioritäten – zumindest, wenn es eher in einer ländlichen Region ist.

Bei süßen Keksen in Ahornform und Crackern sowie einem kanadischen Rotwein saßen wir drei bis tief in die Nacht zusammen. Wenn man so in den Redefluss kommt und es so viel zu erzählen gibt, dann gibt es schier kein Halten und somit fast kein Ende mehr. Ich fand´s prima. Die beiden mussten nur leider mitten in der Nacht durch Banff zurück zum Hotel laufen. Aber wie ich anderntags erfahren habe, waren auch noch andere Nachtschwärmer zu dieser späten Stunde unterwegs.

(Von dem heutigen Tag gibt es leider keine Fotos.)



25.05.2017 – Donnerstag – Banff

Nachdem es gestern in der Wohnung etwas arg unordentlich war und ich ab morgen auf einen einwöchigen Road Trip mit Christiana gehen werde, stand für heute Vormittag Putzen auf dem Programm. Zu allererst habe ich mit dem großen Staubsauger versucht die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Nachdem ich eine geschlagenen halbe Stunde unter Hochdruck geputzt habe, musste ich feststellen, dass es für das Staubsaugen des Teppichbodens einen Spezialaufsatz gibt, mit dem alles viel, viel einfacher geht. Nachdem ich den Aufsatz also getauscht habe, machte es richtig Spaß mit dem Power-Sauger durch die Wohnung zu düsen. Verrückt ist, dass es danach gleich zehnmal ordentlicher aussah, obwohl ich nicht mal Stühle oder irgendwas gerückt hatte. Ich verstehe sowieso nicht wieso man Teppichböden in der Wohnung haben kann. Das ist immer ein bisschen muffig und man sollte eigentlich viel öfter saubermachen.

Das Badezimmer habe ich auch noch in Angriff genommen und deshalb musste das Packen des Rucksacks für den Road Trip bis zum Abend warten. Denn die Zeit vergeht beim Putzen schnell und ich wurde schließlich schon um 11:45 Uhr von Christiana und Stephan mit ihrem Mietwagen abgeholt. Zusammen sind wir zum Fairmont Banff Springs Hotel gefahren. Ein langgehegter Traum von mir wurde endlich wahr: Ich im Fairmont Hotel in Banff! Der Knaller ist dabei noch, dass wir nicht nur einfach ins Hotel gehen, sondern dort einen Tisch zum Afternoon Tea reserviert haben!

Wir feiern dort mehr als stilecht meinen Geburtstag gemeinsam nach. Neben dem Tee gab´s für uns Ladies auch noch ein Glas Sekt und damit wurde erstmal angestoßen. Die Auswahl an salzigen und süßen Häppchen war gigantisch. Wir konnten zu dritt gar nicht alles essen, was uns auf der Etagere gereicht wurde, und haben uns den Rest einpacken lassen. Das Ambiente in dem Speisesaal und der Ausblick auf die Tunnel Mountain und Mount Rundle waren phänomenal. Ich war einfach nur happy – ein Träumchen hier zu sein!

Das Hotel ist gigantisch. Es strahlt richtig Würde aus und man kann Geschichte förmlich riechen. Es gibt nur wenige Orte, an denen es mir bisher so ging. Einfach unglaublich beeindruckend. Das Haus wirkt fast wie ein Schloss und alle Bediensteten sind so mega freundlich und bemüht es den Gästen so angenehm wie möglich zu machen.

Afternoon Tea Etagere

Afternoon Tea with a view

Terrasse des Banff Fairmont Springs Hotels

Happy Faces

Panorama

Innen-Impressionen

Bären gibt´s hier überall :)
Ich bin auch Stunden nach unserem Treffen noch ganz aus dem Häuschen und schwebte förmlich auf Wolken. Das war so ein tolles Erlebnis für mich und eines der besten Geburtstagsgeschenke überhaupt! Ganz lieben Dank an euch nochmal, Christiana und Stephan! You made my day!

Die Euphorie wurde zwar etwas gebremst, weil ich nachmittags arbeiten musste und heute sogar zum ersten Mal eine „Closing Shift“ hatte, aber eigentlich schwebte ich den ganzen Abend noch wie auf Wölkchen.

Von 15:00 bis 23:30 Uhr ging heute mein Dienst. Der IGA Supermarkt hat jeden Tag von 8:00 bis 23:00 Uhr auf und man könnte meinen, dass in den letzten Stunden nicht so viel los ist, aber das ist definitiv nicht so. In Banff ist es immer geschäftig und es ist viel los. Was hier wohl erst los sein mag, wenn es Hochsaison im Juli und August ist? Wenn man die Schluss-Schicht hat, dann muss man unter anderem alle Mülleimer leeren, sämtliche Kassenbänder putzen, die zurückgelegten Produkte wieder einsortieren und die Muffin- & Bagel-Bleche ausleeren und auswaschen. Ganz schön viel vor allem, wenn man das vorher noch nicht alleine gemacht hat. Glücklicherweise hat mir meine Supervisor Joni geholfen und ich konnte am Ende pünktlich gehen.

Im Supermarkt erlebt man manchmal ganz ulkige Geschichten. Es kommen jeden Tag unzählige chinesische Touristen in den Laden, die einem meist unbeholfen das Geld hinstrecken und man soll sich dann selber die Münzen und Scheine zusammenkramen, die man zur Abrechnung des Einkaufs benötigt. Zuerst sind die Chinesen oft recht mürrisch, aber sobald man ihnen hilft, werden sie doch ganz freundlich und lächeln zum Dank.

Das ist eh ein sehr sonderbares Phänomen, was man an der Kasse beobachten kann. Leute, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, schauen einem meist nicht mal recht an oder stehen sehr abweisend vor einem. Wenn man sie dann anlächelnd und freundlich „How are you today?“ oder was Ähnliches fragt, dann lächeln sie meist schüchtern und entschuldigend zurück. 

Deutsche trifft man in Supermarkt auch fast täglich an. Viele schauen mich dann verdutzt an, wenn ich auf Deutsch nach ihrem Tag frage oder ob sie eigene Stoffbeutel zum Befüllen dabeihaben. Meist kommt auch ein kurzes Gespräch zustande. Viele fragen mich auch ob ausgewandert bin und wie ich zum Job im Supermarkt gekommen bin. Erkennen kann man die Deutschen oft an ihrer Kkleidung (Stichworte: Jack Wolfskin und Deuter-Rücksäcke) und natürlich, wenn sie mit zu zweit oder mit mehreren unterwegs sind und sich unterhalten.

Besonders ältere Personen sind froh, wenn ich sie auf Deutsch anspreche, da sie oftmals nicht so fit im Englischen sind. Ein besonders tolles Pärchen habe ich vor ein paar Tagen schon angetroffen. Das Pärchen kommt aus Ost-Deutschland und beide sind mit einer Gruppentour unterwegs. Besonders der ältere Herr ist super gesprächig und wir haben uns länger unterhalten, wo sie überall schon waren und wo es noch hingehen soll. Heute Abend standen die beiden wieder in meiner Schlange und der Herr winkte schon „von weitem“ mir zu und rief laut „Huhu“ durch die Laden. Das fand ich spitze.

Solche Begegnungen machen diesen Job aus und das ist bestimmt auch der Grund, weshalb manche schon über 10 Jahre im Supermarkt arbeiten. Die Gespräche mit den Kunden sind oft großartig und machen den Job erst spaßig und interessant.