Donnerstag, 9. März 2017

Büffel, Wölfe & Kojoten

Dienstag - 07.03.2017 - Golden

Wie fast jeden Morgen gehe ich nach dem Frühstück eine kleine Runde zur Weide mit den Büffeln und wieder zurück. Die Sonne ist heute auch wieder am Himmel zu sehen und so macht der kleine Spaziergang trotz Kälte Spaß. Die Büffel stehen - wie so oft - bei der Scheune und somit nah beim Futter. Die Tiere machen einen recht trägen Eindruck, aber angeblich können sie richtig schnell laufen, wenn sie mal loslegen.

Büffelherde am Morgen

Ein Blick von hinter den Farmhäusern auf die umliegende Bergwelt

















Vormittags gab es für mich noch nicht allzu viele Aufgaben, deshalb habe ich eine Shoppingliste erstellt, mit Lebensmitteln und Putzmitteln, die benötigt werden. Leo will am Mittwoch oder Donnerstag wieder in die Stadt fahren und dann die Besorungen erledigen. Den restlichen ruhigen Vormittag habe ich dann noch für ein Telefonat mit Ann-Catrin genutzt. 😊 Freie Stunden sind nicht immer ganz so planbar, denn die einzigen Tagen, an denen ich weiß, dass es viel zu tun gibt, sind die Tage von Check-in und vorallem Check-out und während der Zeit, in der Gäste im Gästehaus sind und der Hot Tub beheizt werden muss. Dazwischen gibt es auch noch Aufgaben wie das Holz hacken, aber das macht Leo oft wetterabhängig. Es macht keinen Sinn bei Minusgraden Holz zu hacken oder wenn es schneit. Ansonsten kann ich mich natürlich mit Putzen in unseren Gemeinschaftsräumen austoben, aber darauf hat man ja bekanntlich nicht immer so viel Lust. 😉

Nach einer kleinen Stärkung zur Mittagspause habe ich die Ausgangspost weggebracht und die Eingangspost abgeholt. An der Straße oben, gibt es eine große Post-Box. Dort hat jedes Haus sein eigenes Fach und kann so neue Briefe abholen, wenn man gerade daran vorbeifährt oder so wie ich, dorthin läuft. Lautstark werde ich dort immer von den drei Nachbarshunden in Empfang genommen. Die machen immer einen Lärm - unglaublich! Ich befürchte, das Bellen hört man im ganzen Tal. Wahrscheinlich ist ihnen langweilig, aber zum Spielen komme ich nicht vorbei. Die drei Hunde sind mir nicht ganz so geheuer und zu dem auch ziemlich groß. Ich warte noch auf den Tag, an dem einer von ihnen über den Zaun springt.

Nachts bin ich kurz wegen Geheule aufgewacht. Aber das waren weder die Nachbarshunde noch Wölfe, wie ich zuerst angenommen hatte. Leo hat mir am Morgen erklärt, dass dies Kojoten waren, die durchs Tal ziehen. Manchmal kommen die Kojoten auch zu den Wiesen hinter der Farm.

Leo und ich haben nachmittags die Cabin zusammen angeschaut und er hat mir noch ein paar Tipss gegeben, wie ich das ein oder andere noch besser herrichten kann. Mit dem Bereitlegen des Feuerholzes im Sauna-Ofen war er glücklicherweise zufrieden, so dass ich da nicht nochmal nachlegen musste. Er hat dann die Holzreserveren hinter der Cabin aufgefüllt, während ich noch die letzten Dinge drinnen erledigt  habe. Die nächsten zwei Gäste kommen am Freitag. Dafür müssen wir dann noch noch frisches Wasser vorbeibringen und den Gasofen anmachen, damit es auch warm ist.

Da damit das Tagespensum an Aufgaben auch schon wieder erledigt war, habe ich mich zum einzigen für mich ohne Auto erreichbaren Sightseeing-Hotspot in Golden aufgemacht: dem Northern Lights Wildlife Wolf Centre.

Es geht dort vorallem um Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung. Denn die meisten von uns haben doch eher Schauergeschichte im Hinterkopf, wenn sie an Wölfe denken. Das sind allerdings alles Mythen, denn Wölfe in der freien Wildband sind extrem scheue Tiere und kommen Menschen freiwillig nicht zu Nahe. Im Wildlife Centre leben monentan acht Wölfe, die alle in einem Zoo oder ähnlichem aufgewachsen sind. Die Tiere sind so an Menschen gewöhnt, dass sie nicht mehr ausgewildert werden können. Ich konnte dies auch live beobachten, denn als Casey, der Gründer der Anlage, mit seinem Eimer und der Schaufel ins Gehege von Scrappy Dave, Flora und Wiley hineinging, kamen zwei Wölfe gleich fröhlich daher gerannt und ließen sich wie Hunde streicheln.

Da ich der einzige Gast zu dieser Stunde war und pünktlich alle halbe bis volle Stunde ein kleine Einführungsrede von ca. 25 Minuten gehalten wird, kam ich in den Genuss dieser alleine zu lauschen. So habe ich viele neue und auch schon bekannte Infos zum Leben im Wolfsrudel erhalten. Besonders spannend für mich war, dass Kanada bei der Erhaltung der heimischen Tierwelt leider nicht ganz so vorbildlich agiert, wie man als Ausländer oder Tourist für gemeinhin annehmen könnte. Es gibt zwar einige Regelungen, die den Erhalt verschiedener Spezien schaffen soll, aber diese werden teilweise durch andere Regelungen, wie das Jagdrecht, wieder ausgehebelt. Einzig in Nationalparks sind die Tiere richtig geschützt, aber diese sind oft nicht groß genug, um gewissen Arten genügend Lebensraum zu bieten. Deshalb wandern viele Tiere ab und ohne Schutz des Nationalparks werden sie dann gejagt.

Es gibt pro Provinz und Territorium eigene Schutzprogramme für Wölfe, aber diese wiedersprechen sich leider auch teilweise mit Schutzprogramme anderer Arten wie beispielsweise Karibus oder Elche. Da hat Kanada wohl noch einiges zu tun und deshalb finden die Macher den Wildlife Centres es auch so wichtig die Bevölkerung aufzuklären. Shelley, die Ehefrau von Casey, geht deshalb unter anderem auch mit der Wölfin Flora in Schulen, um die Kinder über die Tiere zu informieren und Ihnen zu zeigen wie wichtig der Wolf für eine intakte Flora und Fauna in Nordamerika ist.

Nach den vielen Infos kann man sich so lange wie man möchte auf den Spazierwegen entlang der Gehege aufhalten. Ich habe dies gerne ausgenutzt und auch versucht, das ein oder andere Foto einzufangen. Garnicht so einfach, wenn die Tiere ständig hin und her gehen und erschwerend kommt noch der Gitterzaun hinzu. Kurz bevor ich gehen wollte, fing dann einer der Wölfe auch noch zu Heulen kann. Nun weiß ich also genau wie sich ein Wolf anhört.

Spuren von Büffel und Wolf

Spuren von Schwarz und Grizzly Bär

 Der Wolf als wichtiges Bindeglied zwischen den verschienden Tierarten

Scrappy Dave

Flora

Flora

Flora

Flora

Flora

Flora und Scrappy Dave

Moki oder Mack

Moki oder Mack

Scrappy Dave

Scrappy Dave

Flora und Scrappy Dave

Am Pförtner-Häuschen


Mit neuen Eindrücken und tollen Bildern auf der Kamera und ihm Kopf von den faszinierenden Tieren bin ich dann wieder zurück zur Farm geschlendert und dann war auch schon bald wieder Essens- und Zubettgehzeit.


Mittwoch - 08.03.2017 - Golden

Ich glaube heute Nacht war wieder ein Kojote rund um unsere Farm unterwegs. Ein verrücktes Jaulen hat mich jedenfalls wieder aufwachen lassen und da der Mondschein alles so schön hell erleuchtet und der Schnee sein übriges dazu beiträgt, dachte ich, dass ich vielleicht draußen etwas sehen könnte, aber dem war nicht so. Ich habe nichts auffälliges durch mein Fenster erspähen können. Leo hat leider davon nichts mitbekommen, um meinen Verdacht zu bestätigen.

Für heute standen keine speziellen Aufgaben für mich auf dem Plan, so dass ich mir am Vorabend überlegt hatte, heute das Badezimmer zu putzen. Davor war ich aber noch für eine kurze Runde bei den Büffeln bevor ich mich an die Arbeit gemacht habe. Das kleine Badezimmer hatte es doch ein bisschen nötig und nachdem ich letztens erfahren habe, dass die Gäste aus der Cabin manchmal zum Duschen bei uns vorbei kommen, war es mir doch ein Anliegen alles mal auf Hochglanz zu polieren. In der Cabin gibt es nämlich kein fließendes Wasser und somit auch keine Dusche. Ich bin mit meinem Werk ganz zufrieden und Leo auch.

Büffelherde
Am späten Vormittag fing es dann zu schneien und zu stürmen an, so dass man die Zeit lieber drinnen als draußen verbringt. Ich habe mich dann ein bisschen mit der Planung von dem ein oder anderen geplanten Roadtrip beschäftigt und ein paar Emails beantwortet. An meinem Blog habe ich auch gearbeitet und eine neue Seite mit einer Linksammlung hinzugefügt. Das ist vielleicht nach einer Weile ganz hilfreich, weil sich mit der Zeit ja doch einiges an Infos ansammelt.

Die Sonne kam dann doch irgendwann durch und der Schneefall hörte auf - Danke Tanja für´s die Sonne aus Kamloops herüberschicken! 👏🌞 Das habe ich dann auch gerne ausgenutzt und weitere Briefe von Leo zum Briefkasten gebracht. Ein kleiner Spaziergang zwischendurch kann ja nicht schaden. Es ist zwar auch ganz schön, stundenlang im Netz zu surfen, aber irgendwie muss da wieder etwas mehr Aktivität rein. Für morgen habe ich auf jeden Fall mir vorgenommen, wieder etwas aktiver zu sein und nochmal die Yoga-Matte auszurollen oder eine Fitness-App auszutesten.

Zum Abendbrot habe ich mir heute Dummis gemacht - das ist typisch badisch und heißt je nach Tal beziehungsweise Region auch anders. Manch einer kennt es auch als Kratzete zu Spargel und es ist vergleichbar mit Kaiserschmarrn. Bei mir daheim gab´s Dummis immer mit Apfelmus. Da ich letzteres aber nicht hier habe, habe ich etwas improvisiert und dazu einfach Eis gegessen - hauptsache süß und klebrig. Zugegeben kein besonders kalorienarmes Essen, aber ab und zu darf das ja auch mal drin sein ... außerdem sind im Kühlschrank total viele Eier, die bis Ende des Monats weg müssen. 😋

Leo kam noch für einen kurzen Plausch zu meiner BBQ-Aktion dazu und hat mir unter anderem noch einen Windschutz vorbeigebracht. Die Gasflamme war über den starken Wind heute Abend nicht so erquickt. Und dank Windschutz ging´s dann doch besser. Ich kann euch nun auch mal zeigen, wie das hier mit dem Essen zubereiten vonstatten geht.

In der kleinen Küche im Seitenteil des Gästehauses kann man alles zubereiten. Dort gibt´s neben dem Kühlschrank auch einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, einen Toaster und was man sonst noch so braucht - allerdings keine Spülmaschine. 😉 Gekocht wird draußen auf dem Gas-Grill. Der Grill hat auch eine Platte für Töpfe und Pfannen, so dass man dort auch kleine Mahlzeiten kochen kann. Sachen parallel zubereiten wie z.B. Reis und ein Wok-Gericht wird allerdings schwierig. Der Herausforderung will ich mich die Tage noch stellen, wenn Leo die neuen Lebensmittel beschafft hat. Noch war auch nie so wirklich schlechtes Wetter. Ich mag mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn´s den ganzen Tag regnet. Dann macht draußen kochen kein Spaß. Aber warten wir es mal ab.

Küchenfenster mit Aussicht (Foto vom 05.03.2017)

Küchenzeile mit Esstisch (Foto vom 05.03.2017)

Küchenzeile mit Hochbett für weitere Helfer (Foto vom 05.03.2017)

In Aktion am Grill

Mit Schneemobil

Kochen mit Aussicht

Und das ist das Ergebnis - Dummis mit Eis :)




































































Donnerstag - 09.03.2017 - Golden

Der morgendliche Besuch bei den Büffeln ist für mich schon fast zur Routine geworden. Nach dem Frühstück und einer kurzen Pause geht´s raus. Vermeintlich sehen die Bilder jeden Tag gleich aus, denn die lieben Viecher stehen in der Regel träge rund um die Heuballen an der Scheune und fressen oder käuen wieder. Trotzdem ist es schön die Büffel jeden Tag zu sehen und kurz Hallo zu sagen.

Büffeldame

Ausblick auf die umliegende Bergwelt





















Der Tag sah heute morgen auch wirklich vielsprechend aus, deshalb hatte ich mir überlegt nachmittags eine erste Schneeschuh-Tour durch´s Tal zu machen. Von der Farm führt ein kleiner Weg Richtung Fluß, welcher laut Leo leicht zu finden ist. Aber zuvor hatte ich noch für mittags eine Aufgabe zu erleidgen. Bis es damit soweit war, habe ich für eine 40-minütige Yoga-Session meine Matte in meinem Kämmerchen ausgerollt und versucht damit meine Rückenschmerzen loszuwerden.

Heute Abend kommen wieder neue Gäste ins Gästehaus. Leslie aus Texas / USA hat sich mit insgesamt 8 Gästen angekündigt. Das Haus ist somit voll und das bedeutet auch, wenn alle am Sonntag wieder ausziehen, dass dann wieder ein Großkampftag an der Wäsche- und Putzfront angesagt ist. Aber bevor die Gäste kommen, muss noch der Hot Tub in Gang gebracht werden. Da wir ihn letztens entleert haben, musste ich ihn erst wieder mit Wasser befüllen, was knapp 1 Stunde dauert.

Danach bin ich dann zur Schneeschuh-Tour aufgebrochen. Im frischen Pulverschnee macht das definitiv mehr Spaß, aber ein bisschen Bewegung an der frischen Luft schadet ja nicht. Leider sind einige Wolken ins Tal gezogen und der Sonnenschein von heute vormittag ist verschwunden. Bis zum Fluß habe ich es leider auch nicht ganz geschafft. Das ist doch ein ganz schön langer Weg und mit Erschrecken musste ich irgendwann feststellen, dass ich mich mal besser schnell auf den Rückweg mache, denn Leo hatte mich gebeten mit dem Befeuern des Hot Tub gegen 16 Uhr anzufangen. Da blieb mir nun nur die Abkürzung über die Büffelwiese, um einigermaßen rechtzeitig wieder zurück zu sein.

Leo hatte mir gesagt, wenn keine Büffel zu sehen sind, dann kann ich da ruhig rüber gehen. Die stehen garantiert oben beim Heu bei der Scheune und somit kann ich rüber staksen. Zuvor musste ich aber einmal übers Holztor klettern und auf der gegenüberliegende Seite das gleiche Prozedere nochmals. Hoffentlich hat mich keiner dabei gesehen, das sah bestimmt nicht so elegant aus. 🙈

Mit meinen Schneeschuhen bin ich dann zeitgleich mit Amanda und Leo zurück zur Farm gekommen. Amanda hatte Leo zur Shoppingtour nach Golden mitgenommen. Er musste noch einige Dinge für die Werkstatt, sowie Lebensmittel und Putzmittel besorgen, die ich notiert hatte. Ich habe den beiden dann erstmal geholen die Einkäufe ins Haus zu tragen bevor ich mich ans Befeuern des Hot Tub gemacht habe. Mit Amanda habe ich mich nachher noch nett unterhalten. Schließlich wird sie, wenn Leo demnächst in Urlaub ist, hier öfters zusammen mit Matt vor Ort sein.

Gäste Cabin - mein Startpunkt

Schneeschuhe

Auf meiner Schneeschuh-Tour

Danach hatte ich noch ein gutes Stündchen Zeit bevor für mich wieder Dinner-Time angesagt war. Die Zeit habe ich mal nicht vorm Laptop verbracht sondern mit Lesen meines Buches. Zum Dinner habe ich heute direkt einen Teil der frischen Lebensmittel verarbeitet und von einer meiner Lieblings-Kochbuchautoren Ella Woodward etwas gekocht.

Als letzte Tagesaufgabe habe ich noch ein paar wenige Lichter im Gästehaus angemacht und nochmal das Feuer im Hot Tub kontrolliert - sieht ganz gut soweit aus und sollte hoffentlich reichen bis die Gäste gegen 21 Uhr hier sein werden.

Montag, 6. März 2017

Farm Life

Freitag - 03.03.2017 - Golden

Die ersten Gäste ziehen heute wieder aus und da gleich heute Abend wieder 6 neue Gäste kommen und die Cabin auch besetzt ist, ist heute für mich der erste Großkampftag angesagt. Sara und Joel wollten heute recht früh los, was uns zusätzlich Zeit verschafft, das Gästehaus wieder auf Vordermann zu bringen. Normalerweise ist hier wie so gut überall in Kanada um 11 Uhr Check-Out.

Deshalb hieß es heute ab 9.30 Uhr für mich bis in die Nachmitagsstunden hinein: Bettwäsche, Handtücher und Spültücher waschen, Küche sauber machen, Bad putzen, Betten neu beziehen, Staubwischen, Staubsaugen, Fenster putzen und Böden nass wischen. Leo hat mir beim Herrichten des offenen Kamins und mit dem Hot Tub geholfen. Desweiteren hat er frisches Wasser und Holz zur Cabin gebracht.

Die Aufgaben halten mich ziemlich auf Trab, da man sich erstmal mit den vorhandenen Putzmitteln und den Räumlichkeiten vertraut machen muss und herausfinden muss, in welcher Reihenfolge alles am Besten zu erledigen ist. Wenn man das ein paar mal gemacht hat, ist das vermutlich alles halb so wild. Bis dahin versuche ich mein Bestes und versuche mich auch an der amerikanischen Art das Bett zu machen. So viele Leintücher, Decken, Überwürfe und Kissen kenne ich aus Deutschland nicht. Leo ist glücklicherweise am Ende zufrieden und so können die Gäste kommen.

Mein erstes Trinkgeld habe ich heute auch schon bekommen, obwohl das ja eigentlich eher Jeanne zusteht als mir. Denn ich habe für Sara & Joel fast nichts vorbereitet, da dies noch meine Vorgängerin gemacht hatte. Trotzdem freue ich mich über die großzügigen zusätzlichen Dollars wie ein Schneekönig. 😄

Leo hat mich später auch dazu geholt als Jared mit seiner Familie ankam. Ich durfte somit seiner Willkommens-Ansprache lauschen, um mitzubekommen, wie er das macht und welche Dinge er anspricht. Unter anderem erklärt er den Gästen wie der Hot Tub benutzt wird und wie das mit dem offenen Kamin am besten geht. Eigentlich nicht viel zu merken und erklären. Das meiste im Haus ist ja an sich selbsterklärend.

Für mich gab´s dann anschließend wieder Dinner vom Grill. Die Gäste lassen ab und an Dinge im Kühlschrank liegen. Sara & Joel haben ihr Gemüse extra schön auf eine Platte gelegt, damit wir die Sachen weiterverwenden können. Eine Aufgabe von mir ist es den Kühlschrank nach der Abreise der Gäste zu prüfen. Sind angebrochende Lebensmitteln drin, die auch noch andere Gäste verwendet werden können, kann ich diese drin lassen. Frische Sachen wie Obst & Gemüse können wir selbst weiterverwenden bevor sie schlecht werden. Deshalb kam ich heute in den Genuss von Kartoffelspalten und Salat. Das Würschen dazu hat Leo beigesteuert.

Abends habe ich es endlich auch mal geschafft die ersten Seiten in meinem neuen Buch zu lesen. Bisher bestand die Abendbeschäftigung ja immer aus tausend anderen Dingen, aber nie mit Lesen eines Buches. Falls ich das Buch bald durch habe, kann ich mich im Haus  durch die "Bibliothek" lesen. 📚🐛

Dinner Time


Samstag - 04.03.2017 - Golden

Da beide Häuser für die nächsten zwei Nächste vermietet sind, gibt es dort erstmal keine weiteren Aufgaben zu erledigen. Leo hat deshalb außer dem Hot Tub am Nachmittag befeuern keine weiteren Jobs für mich. Stattdessen habe ich mir selber eine Aufgabe gesucht und mich an eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Lebensmittel in der Küche gemacht.

Da Leo seine spezielle Diät im Moment macht, werde ich einen Großteil der Lebensmittel alleine verbrauchen müssen. Da er in der Regel nur einmal pro Woche in die Stadt zum Einkaufen fährt beziehungsweise gefahren wird, hatte ich mir überlegt, ob ich mir nicht eine Art Essensplan aufstellen sollte. Von Zuhause kenne ich das ja garnicht. In Deutschland habe ich oft abends garnichts gekocht, weil ich oft genug unterwegs oder eh zum Essen verabredet war. Am Wochenende habe ich mir schon eher mal was gekocht und dann auch das eingekauft, was ich dafür gebraucht habe. Also im Prinzip los zum Supermarkt oder Gemüsehändler & DM um die Ecke, wenn ich wusste, was es geben soll. Hier ist das dann doch eine andere Nummer.

Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass ich für die Bestandsaufnahme so lange brauche. Ich war über 2 Stunden zugange bis ich alles einmal in den Fingern, das Haltbarkeitsdatum gecheckt und wieder ordentlich verräumt hatte. Ich habe die Lebensmittel auf dem Regel ein bisschen nach Thema sortiert und auch Dinge wegeworfen, die nicht mehr so dolle waren.

Nun weiß ich zumindest was alles zum Essen in der Küche ist. Allerdings gibt es im Keller auch noch ein großes Vorratsregel, welches begutachtet werden sollte, bevor ich eine Einkaufsliste schreibe. Das hattte ich mir für später vorgenommen. Nun weiß ich zumindest was aktuell im Kühlschrank ist und schnell verarbeitet werden muss und mit was ich das gegebenenfalls kombinieren könnte.

Am Besten fängt man mit dem Verarbeiten der Lebensmitteln auch an, denn es war eh schon Mittagszeit und somit habe ich mir schnell einen Salat gemacht. Nach einer kurzen Mittagspause mit einem kleinen Spaziergang zum Tipi und zu den Büffeln, wollte ich eigentlich mit dem Keller weitermachen, aber Leo hat von Jared eine Nachricht bekommen. Jared schreibt dass, dass sie heute  schon früher den Hot Tub benutzen möchten und ob es denn möglich wäre ihn schon früher anzufeuern. Na klar geht das, also gut, Plan umgeschmissen und keinen Keller durchstöbert, sondern stattdessen habe ich mich 2 Stunden früher als gedacht mit Leo ans Befeuern des Ofens gemacht.

Tipi



Büffelherde

Bergpanaroma

Diesmal durfe ich alles alleine machen und Leo hat zugeshaut, ob ich alles richtig mache. Ich habe mir dann alles nochmal aufgeschrieben, damit ich beim nächsten mal nochmal bei Bedarf die Schritte nachlesen kann. Nun heißt es auch wieder alle 1 bis 1,5 Stunden Holz nachlegen, damit der Ofen nicht ausgeht. 🔥

Nachmittags bin nochmal ein bisschen spazieren gegangen und diesmal an der Weggabelung anders herum gelaufen als letzens. Eigentlich sollte man dann irgendwann den Fluss sehen können, aber die Straße zog sich ganz schön und ich wollte nicht zu spät zurück gehen. So bin ich nur bis zum Ende der Straße gelaufen und von dort zurück.

In der Nachbarschaft

Entlang des Weges

















Mittlerweile sind die Gäste zurück gekommen und der Ofen des Hot Tubs bollert fröhlich unter deren Aufsicht weiter. Meine Aufgaben sind somit für heute beendet. Für mich ist deshalb nach einer kurzen Pause in meinem Loft wieder Dinner-Time mit den Resten von gestern angesagt. Mittlerweile geht das mit dem Grill auch richtig gut. So langsam habe ich den Trick raus.

Den Abend habe ich mit Recherche was man in Golden denn sonst noch so alles machen kann verbracht. Es gibt hier unter anderem auch die Möglichkeit etwas über Wölfe zu lernen und diese in einem Gehege zu sehen. Das Wildlife Centre ist praktischerweise direkt auf der anderen Seite der Straße. Dort will ich nächste Woche mal hingehen.
Im Sommer gibt es auch jede Menge tolle Wanderwege zu erkunden. Den ein oder anderen kann man bestimmt auch mit Schneeschuhenn bewandern. Außerdem gibt es ja auch immer noch das Kicking Horse Resort, um Skifahren zu gehen. Mal sehen, ob ich demnächst das ein oder andere ausprobieren kann. Noch scheitert dies an der Zeit und vor allem auch am fahrbahren Untersatz.

Nützliche Links:
Tourismus Golden
Northern Lights Wolf Centre
Schlittenhunde-Fahrten
Kicking Horse Resort

Sonntag - 05.03.2017 - Golden

Die Sonntage auf der Farm sind meistens recht betriebsame Tage, da übers Wochenende oft Gäste im Gästehaus oder in der Cabin sind und diese am Sonntag wieder abreisen. Das bedeutet für mich also wieder Aufräumen, Sauber machen und alles für die nächsten Gäste herrichten. Sonntage sind hier also eher selten was zur Erholung und Entspannung.

Sowohl die Gäste in der Cabin als auch die Gäste im Gästehaus reisen ab und damit ließen sich diese leider auch mehr Zeit als die letzten. Das verschaffte mir zwar einerseits etwas Luft nach dem Frühstück einen kleinen Spaziergang über die Farm und zu den Büffeln zu machen, aber andererseits auch weniger Zeit für die anstehenden Aufgaben. Da die Sonne im wahrsten Sinne des Wortes über alle Berge schien, war dies in dem Moment aber nur halt so wild. So konnte ich die tolle Umgebung und die Ausblicke in Ruhe genießen.


Panorama vor meiner "Haustüre"

Tor mit Aussicht

Büffeldame

Nachdem die Gäste dann wegwaren ging´s also wieder ans Großreinemachen. Diesmal allerdings mit sechs Betten zu machen und nicht wie letztens noch mit "nur" zweien. Das ist ganz schön viel Arbeit. Ich hatte eigentlich die Hoffnung auch die Cabin noch aufräumen zu können, aber das habe ich nicht mehr geschafft. Leo hat mich heute mal ganz alleine wirbeln lassen, damit ich die Dinge in meiner Reihefolge machen kann. Da wir eigentlich auch keinen Zeitdruck haben, da die nächsten Gäste erst für Donnerstag angesagt sind, ist es auch nicht schlimm, falls ich nicht fertig werden sollte.

Geärgert habe ich mich aber abends trotzdem ein bisschen. Den ganzen Tag gerödelt und trotzdem nicht fertig geworden. Zumindest das Gästehaus ist fertig vorbereitet, aber da war dann auch schon ca. 17 Uhr. 😓

Leo hat mich dann noch gebeten, den Hot Tub leer zu machen und zu reinigen. Es hatte nun auch wieder angefangen zu schneien. Keine so tolle Sache bei Schneefall draußen mit dem Wasser herumhantieren. Ich habe dann alles versucht alleine mit Hilfe der Erklärungen vom letzten mal zu machen und siehe da, Leo war zufrieden und so konnte ich den Hot Tub nach knapp einer dreiviertel Stunde Leer- und Putzaktion verschließen. Damit habe ich bis Donnerstag erstmal nichts zu tun und Leo ist zufrieden, dass ich nun das Dinge sowohl anfeuern, am Laufen halten und auch wieder entleeren und putzen kann. Da kann er demnächst ja getrost in Urlaub fahren ...

In die Cabin habe ich dann nur noch schnell die gewaschenen Handtücher gebracht und die Betten abgezogen. Der Rest muss dann auch bis morgen warten, denn so langsam wird es auch wieder dunkel und kurz nach 18 Uhr ist ja eigentlich auch schon meine Essensvorbereitungszeit.

Als Dinner habe ich mir heute vorgenommen einen Coleslaw Salat zu machen. Der halbe Kohlkopf ist auch noch ein Überbleisbsel von Gästen und sollte auch bald verarbeitet werden. Also habe ich mir ein Rezept rausgesucht und mich an die Zubereitung gemacht. Leider nicht unser tolles Rezept aus unserem Kochzirkel, liebe Kochmädels daheim in NRW. Dafür waren einfach die besonderen Zutaten wie Grapefruit, Feldsalat, Walnüsse und Schmand nicht vorhanden. Vielleicht kann ich das Rezept ja ein andermal nachkochen bzw. zubereiten.

Ausgerechnet heute einen Salat zu machen, der knapp eine Stunde Zubereitungs- und Gehzeit braucht, war eigentlich keine so clevere Idee. Deshalb habe ich dann um die Wartezeit zu überbrücken mit dem Dessert angefangen. Von den Gästen wurde auch noch eine Box Eis übrig gelassen. Die kann ich mir doch schlecht entgehen lassen. 😁🍧

Zum Salat habe ich mir wieder Würstchen gegrillt. Das Paket muss schließlich auch leer werden und so wurde es mal richtig spät bis ich draußen am Grill und in der Küche fertig war. Wobei 20 Uhr ist ja nicht wirklich spät, aber wenn man draußen bei Schneefall grillt, kann´s dann doch etwas ungemütlich werden.

Montag - 05.03.2017 - Golden 

Was ich gestern nicht geschafft habe, musste also heute erledigt werden. Deshalb war mein erster Gang heute nach dem Frühstück zur Cabin. Leo hatte mir nach dem Frühstück nochmal aufgezählt auf was ich achten muss und welche Aufgaben dort alle auf mich warten. Ich bin dann mit der frisch gewaschenen Bettwäsche losspaziert und habe mich drangemacht alles für die nächsten Gäste herzurichten.

Die größte Schwierigkeit ist dabei der Ofen in der kleinen Sauna unterhalb der Empore mit den Betten. Dieser dient nicht nur zum Beheizen der Sauna sondern auch zum Beheizen der ganzen Cabin und sollte für die Gäste saubergemacht und vorbereitet werden. Ich habe mich dabei ganz schön dreckig gemacht. Einmal nicht recht aufgepasst und schwups ist die neue Jacke voller Ruß. Glücklicherweise habe ich die Jacke mit einer gründlichen Handwäsche später wieder sauberbekommen. 😅

Da in der Cabin kein Stromanschluss liegt, kann man hier auch nicht staubsaugen. Stattdessen gibt geht´s mit Bessen und einem altmodischen Staubfänger fröhlich ans Werk. So einen Staubfänger hatte früher daheim Gotti-Oma. Wir fanden das damals als Kinder immer lustig mit dem Ding die Teppiche sauber zu machen. Vielleicht schaut Gotti-Oma mir ja von oben zu, wie ich am Werkeln bin und lächelt dabei. 😇

Die Cabin ist nach knapp anderthalb Stunden auch wieder sauber und das Holz bereitgelegt für die neuen Gäste. Ich habe deshalb mit meiner Bestandsaufnahme der Lebensmittel und der Putzmittel im Keller weitergemacht. Und dann war auch schon wieder schnell Mittagszeit. Meine Pause habe ich unter anderem für ein Pläuschen mit Marlen via Skype genutzt. 😊


Leo ist mit mir nachmittags noch kurz durchs Gästehaus und hat meine Arbeit "abgenommen". Bis auf ein paar Kleinigkeiten alles so weit in Ordnung. Die Cabin schauen wir uns dann morgen zusammen an. Die Arbeit rennt ja nicht davon, denn vor Donnerstag beziehungsweise Freitag kommen erstmal keine Gäste. Nichtsdestotrotz soll ich die Häuser so schnell wie möglich wieder herrichten und die Aufgaben nicht bis zum Ende liegen lassen. Es könnte ja sein, dass spontan jemand buchen möchte.

Ich habe den restlichen Nachmittag dann genutzt, um nochmal ein bisschen an die frische Luft und zu den Büffeln zu gehen. Danach habe ich eine Yoga-Session eingelegt. Ich merke doch ganz schön meinen Rücken. So viel körperliche Arbeit bin ich definitiv nicht gewohnt. Gut, dass ich bei YouTube einen schönen Channel von Mady Morrison entdeckt habe, zu deren Videos ich auf meiner neuen Matte praktizieren kann.

Von meinem Loft aus habe ich später die Büffel beobachtet wie sie von der Wiese am Fluß wieder hoch zur Wiese neben der Scheune marschiert sind. Echt beeindruckende Tiere, wie sie alle einer nach dem . Neben den Büffeln konnte ich heute wieder das Eichhörnchen beobachten, welches sich gerne hinterm Haus tummelt und wer sich dort auch ab und an tummelt ist Gus. Gus ist ein weißer Schlittenhund, welcher eigentlich Matt gehört. Er ist aber ausgebüxt und lebt seitdem im Tal - manchmal wohl bei der Nachbarin auf der anderen Seite vom Fluß und manchmal kommt er zur Büffelfarm. Da Leo letztens geschlachtet hatte und die Überreste hinterm Haus lagen, hat er wohl darauf spekutliert wieder davon etwas abzubekommen. Aber die Reste sind mittlerweile verbuddelt und somit gibt´s nichts mehr zu holen.

Ein Besucher auf unserer Farm: Gus


Mein Abend gestaltete sich dann ähnlich zu denen davor. Zum Dinner gab´s unter anderem Reste und als Bettlektüre habe ich mir heute Abend Fotografie-Videos auf YouTube angeschaut und diesen Blog-Post fertiggeschrieben. 👈
Und zu guter Letzt, kurz vorm Schlafen gehen, gab´s noch eine spontane Skype-Session mit Romina und Tanja, die zusammen in der Nähe von Kamloops (falls man das so sagen kann) auch einen Farmstay absolvieren. 😆😊

Unglaublich - heute Abend vor einer Woche bin ich hier angekommen. So schnell oder auch so langsam vergeht die Zeit!

Donnerstag, 2. März 2017

Golden Days

Sonntag - 26.02.2017 - Golden

Nach 5 oder 6 Jahren Abstinenz auf der Skipiste will ich heute endlich mal wieder mit Skifahren anfangen. Damit ich mich nicht ganz wie der letzte Anfänger anstelle, habe ich mir dafür extra eine halbtägige Gruppenstunde beim Kicking Horse Resort gebucht. Aber zuerst einmal musste ich vom Kicking Horse HOSTEL zum Kicking Horse RESORT gelangen und das ist in Golden leider nicht so einfach wie in Revelstoke.

Kanada ist ein Land der Autofahrer und auf Leute ohne Auto wird hier nicht immer Rücksicht genommen. Deshalb gibt es hier leider keinen Bus-Shuttle zum Skigebiet, welches ca. 15 Minuten entfernt den Berg hoch liegt. Angeblich wird überlegt einen ähnlichen Shuttle wie in Revelstoke einzurichten, der sowohl Gäste als auch Personal nach oben bringt. Denn die lieben Langzeit-Hostelbewohner, die im Skigebiet arbeiten, haben leider auch kein Auto und somit das gleiche Transport-Problem. So habe ich mich durch Carolin (auch aus Deutschland) darüber aufklären lassen, dass sie jeden Tag zum Resort trampt und das auch richtig gut funktioniert. Sie hat mir deshalb auch dazu geraten, denn Dina & Jules wollen heute erst gegen mittag zum Skigebiet fahren.

Wie es der Zufall so will, hatte just an dem Tag aber Tanya (unsere Hostel-Inhaberin) ihr Auto Carolin ausgeliehen. Carolin musste morgens früh schon zwei Freundinnen damit zum Bus-Bahnhof bringen und konnte das Auto auch für die Arbeit behalten. Das passte perfekt, denn sie sollte auch um 9 Uhr auf dem Berg sein. Also sind wir losgefahren. Carolin, noch sehr übermüdet von der letzten kurzen Nacht (Geburtstagsparty von Heiko & frühmorgendlicher Transport der beiden Freundinnen), manövierte das alte Auto auf den Berg. Unterwegs haben wir, wie es sich gehört, auch einen Anhalter (hitchhiker hier genannt) eingesammelt.

Oben angekommen, ging dann jeder seines Weges: Carolin zur Arbeit in der Lodge, der hitchhiker zur Skipiste und ich zum Skiverleih. Denn abgesehen von Klamotten habe ich ja nichts mit. Glücklicherweise ist das Ausleihen nicht ganz so teuer wie in anderen Skigebieten hier und so kam ich mit knapp 60 CAD für Skier, Schuhe, Stöcke und Helm davon. Eine Skibrille musste ich mir allerdings noch kaufen.

Meine Gruppe stellte sich als Zwei-Frau-Gruppe heraus. Neben mir hatte sich nur noch Carolin aus Ontario angemeldet. Welch Zufall an dem Tag gleich mit zwei Carolin´s unterwegs zu sein. Carolin und ich durften erstmal zum Antesten unserer Skifahrer-Qualiäten zweimal den Bunny-Hügel hinunterfahren. Zuvor bin ich noch mit einem Magic Carpet geliftet. Sehr lustig, dass man wirklich erstmal ganz langsam und von vorne beginnt.

Brendan unser Skilehrer aus Sydney / Australien zeigte uns nochmal die einfachen Regeln und nach ein paar Schwüngen ging es eigentlich schon wieder ganz gut. Selbstvertrauen, dass wir es doch können, ist bei uns beiden ein Thema, deshalb ging´s vom Bunny-Hügel auch schnell auf die richtige Piste, um daran zu arbeiten. Mit dem Lift ging´s erstmal bis zur Mittelstation und von dort runter ins Tal.

Brendan zeigte uns beiden jeweils individuell an welchen Dingen wir arbeiten können. Ich hatte ja schon befürchtet, dass nach der langen Zeit ohne Praxis und auch dem fehlenden konstanten Sportprogramm der letzten Wochen, ich diejenige bin, die nicht hinterher kommt. Aber dem war nicht so. Ich habe mich verhältnismäßig gut geschlagen. Nach knapp 1,5 Stunden und zwei Abfahrten hat sich Carolin dann ausgeklinkt und ich habe eine "Privatstunde" bekommen. Für eine ganze Stunde war leider keine Zeit mehr, aber dafür für eine gemeinsame Abfahrt.

Das Geld für die Stunde hat sich auf jeden Fall gelohnt. Der Unterricht mit den beiden hat super Spaß gemacht und ich fühlte mich danach sicher genug mit der Gondel ganz hoch auf den Berg zu fahren und die einfachste Abfahrt zu nehmen. Brendan hat mir dafür noch ein paar Tipps gegeben und damit war dann die Gruppenstunde beendet.

Ich habe mir eine kleine Mittagpause bei der Gondelstation gegönnt bevor ich mich an die Alleinfahrten gewagt habe. Die Welt ist ganz schön klein, denn während ich vorm Café saß, meine Zimtschnecke mit Chai Tea mir schmecken lasssen wollte, gesellte sich ein älteres Pärchen zu mir. Wir kamen ins Gespräch und wie sich herausstellte, wollten die zwei nur auf einen Kaffee vorbei kommen und dem Enkelsohn beim Skifahren zuschauen. Ich wurde dann gefragt, wie lange ich denn in Golden wäre und ob es mir gefällt. Deshalb habe ich unter anderem von meinem geplanten Farmstay auf der Buffalo Ranch erzählt. Witzigerweise gehörte dem Herr die Buffalo Farm bevor Leo diese übernommen hat. Unglaublich, oder?

Ich bin anschließend den ganzen Nachmittag Ski gefahren. Es hat so viel Spaß gemacht. Zuerst nochmal die Trainingsstrecken vom Vormittag und später viermal von ganz oben. Die Abfahrt ist ewig lange. Ich habe mich meistens an die einfachste Abfahrtsroute gehalten.

Bei der Abfahrt passiert man unter anderem das Gehege vom Grizzli-Bär Boo, der auf dem Berg in seinem Refugium lebt. Im Sommer kann man ihn mit Guides zusammen besuchen und so mehr über Grizzli-Bären lernen. Im Winter ist er allerdings im Winterschlaf.

Vor ein paar Monaten habe ich mit Christiana den Film "Eddie the Eagle" angeschaut. Ein toller Film über Michael Edwards, AKA Eddie Edwards, AKA Eddie the Eagle, der 1988 bei den olympischen Winterspielen in Calgary für UK im Skispringen an den Start ging. Eddie ist in Kanada richtig Kult und diese Woche zufälligerweise im Skiresort Kicking Horse. Heute war er unter anderem auf der Piste unterwegs. Ich habe ihn leider nicht gesehen, aber Leute, die ich in der Gondel angetroffen habe, haben mir davon erzählt. Am Freitag gibt es eine kostenlose Filmvorführung und im Anschluss Selfies mit Eddie. Vielleicht habe ich ja die Möglichkeit da dabei zu sein. Mal sehen ...

Skihügel am Morgen

Unser Trainings-Revier

Mittagspausse

Fast ganz oben

Auf meiner Abfahrt

Hier fahre ich lieber nicht hinuter - schwarze Piste!
Runter vom Berg ging´s für mich dann tatsächlich als Anhalter. Ich habe ein Plätzchen im Auto einer total netten jungen kanadischen Familie bekommen, die mit ihrem Kind zum ersten Skikurs aus Calgary angereist sind. Echt toll, wie freundlich und aufgeschlossen hier alle sind.

Dina & Jules haben ihren Nachmittag mit Snowboarden verbracht. Leider haben wir uns auf dem Berg verpasst. Wir sind dafür abends nochmal zusammen essen gegangen. Im River House Cafe gab´s Veggie Lasagne und Shepherd´s Pie. Und zum Anstoßen auf den letzten gemeinsamen Abend Bier und Ginger Ale. Da die meisten anderen Gäste im Hostel noch von der Party am Vorabend müde waren, gingen glücklicherweise abends alle recht früh ins Bett, so dass jeder genug Schlaf abgekommen konnte. Nach so einem anstregenden Tag auf der Skipiste auch definitiv nötig.

Montag - 27.02.2017 - Golden

Für den heutigen Tag habe ich mir nicht allzu viel genommen, denn ich rechnete damit, dass ich vom Skifahren ordentlich Muskelkater haben würde. Ganz so schlimm wie befürchtet war es am Ende zwar doch nicht, aber mal einen Tag ganz ruhig angehen zu lassen, kann bestimmt nicht schaden. Stattdessen kam ich mal wieder dazu ein paar Emails zu beantworten und mit Judith zu skypen. War wie immer sehr schön mit ihr zu sprechen. 😊

Dina hatte sich eigentlich überlegt nochmal vormittags snowboarden zu gehen. Am Ende ist sie doch im Hostel geblieben. Bevor Dina & Jules dann mit dem Mietwagen in Richtung Calgary aufbrachen, gabs noch einen schnellen Lunch und dann haben wir uns verabschiedet. Vielleicht sehen wir uns im Sommer wieder - zumindest Dina, denn Jules ist dann vermutlich wieder in Belgien. Die zwei werden im März für mehrere Wochen gemeinsam nach Vietnam fliegen, danach wollen sie noch Laos, Thailand, Kambodscha und Indonesien bereisen. Gute Reise und bis hoffentlich im Sommer! 🌏

Ich bin nachmittags ein bisschen durch Golden gebummelt und habe mir das Städtchen angeschaut. Im BC Liquor Store habe ich für Tanya, meine Gastgeberin im Kicking Horse Hostel, noch eine Flasche chilenischen Wein von Montes besorgt. Wein in Kanada ist im Vergleich zu Deutschland ganz schön teuer, aber man gönnt sich ,beziehungsweise seinen Mitmenschen, ja sonst nichts. Tanya hat den guten Tropfen auf jeden Fall verdient, denn sie hat mir gestern ihren Saison-Skipass ausgeliehen, was mir 99,95 CAD eingespart hat.

Abends gab´s für mich Reste-Essen im Hostel und eine sehr nette Unterhaltung mit Tanya und Magnus. Magnus kommt aus Lorch bei Stuttgart. Er hat mir Tipps für den nächsten Weihnachtsmarkt-Besuch in der Region gegeben: unter anderem der Weihnachtsmarkt von Rudersberg. 😉🎄 Sein Bruder war vor ein paar Jahren schon im Kicking Horse Hostel und deshalb ist er auch hier. Er arbeitet wie die meisten anderen auch oben im Skiresort.

Ich habe mich nach dem Dinner mit dem Taxi auf zu meinem Farmstay aufgemacht. Eigentlich war ich noch für diese Nacht im Hostel eingebucht, aber nachdem ich nachmittags nochmal mit Leo geschrieben habe, kamen wir überein, dass ich schon abends kommen könnte. Dann fährt eh ein Taxi zu ihm, um seine bisherige Workawayerin Jeanne abzuholen. Damit wäre das in einem Rutsch erledigt. Meine Hoffnung, dass ich vielleicht mit einem aus dem Hostel fahren könnte, ging ja leider nicht auf, weil alle auch ohne Auto sind. Tanya hätte ich sonst gerne gefragt, aber sie wollte nachts mit dem Nachtbus nach Whistler zum Skifahren für ein paar Tage fahren und ist somit die nächsten Tagen auch nicht da. Tanya war dann so lieb mir die letzte gebuchte Nacht nicht zu berechnen, so dass die kurzfristige Stornierung keine finanzielle Auswirkung hatte.

Die Taxifahrt ging doch länger als die erwarteten 15 Minuten - eher 20 Minuten und mehr. Die Farm liegt im Blaeberry Valley, Tanya hatte mir erzählt, dass Blaeberry Blaubeere heißt und der Name von den schottischen Einwanderern stammt. Sie kommt selbst auch aus Schottland und ist vor ein paar Jahren nach Golden gezogen, um das Hostel zu übernehmen.

Leo und Jeanne haben mich sehr lieb willkommen geheißen und Jeanne hat sich auch direkt verabschiedet, weil sie mit dem Greyhound Bus weiterreist. Leo hat mir noch kurz meine Bleibe gezeigt und sich dann ins Bett verabschiedet. Er steht immer früh auf und geht entsprechend früh ins Bett. So habe ich mich im schnuckeliges Zimmerchen überhalb der Schreiner-Werkstatt eingerichtet und bin auch früh ins Bett. Das werden bestimmt interessante Wochen.

Blick vom Hostel auf das Skigebiet Kicking Horse

Kicking Horse Hostel

Meine Reisebegleitung hat einen Bären auf meinem Bett entdeckt 🐻😁




































Dienstag - 28.02.2017 - Golden

Leo hat mir heute morgen erstmal die ganze Farm gezeigt. Wir sind durch´s große Gästehaus  gegangen, rüber zur Weide mit den Büffeln und zur Cabin at the Creek, die er auch für Gäste vermietet. Unglaublich wie schön die Farm gelegen ist. Mitten im Tal, ohne dass man den nächsten Nachbar direkt sehen kann. Er wohnt zwar nur um die nächste Straßenbiegung, aber man hat den Eindruck man wäre hier alleine. Um die Farm herum reiht sich malerisch ein Berg an den anderen. Einfach traumhaft.

Die Büffel sind auch großartig. Und das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Ich finde sie rießig - auch den Bullen. Aber laut Leo ist er nur halb so groß wie er mal sein wird, wenn er ausgewachsen ist. Chester Junior ist nämlich erst 4 Jahre als und ausgewachsen sind sie erst mit ca. 10 Jahren. Die Büffel leben ganz autark auf der Farm und können von einer Weide zur nächsten Laufen, sofern sie möchten. Im Winter fahren sie ihre Reserven aber herunter, so dass sie sich so wenig wie möglich bewegen. Sie bleiben stattdessen in der Nähe der Scheune und vor allem der Heuballen. Leo bringt den Büffeln einmal die Woche neues Heu und für den Bullen gibt es ab und an Hafer mit Mineralien vermischt, damit er schön kräftig wird.

Mit den Büffeln werde ich deshalb nicht arbeiten. Die Arbeit bei den Büffeln beinhaltet hauptamtlich das Füttern und das wird entweder Leo oder Matt übernehmen. Ins Gehege darf man auch nicht, denn die Büffel attackieren alles was sie nicht kennen und ihnen gefährlich vorkommt. Leo hat einige Jahre gebraucht, um das Vertrauen der Tiere zu gewinnen, so dass er ins Gehege kann. Ich begnüge mich derweil damit den Tieren einen Besuch abzustatten und "Hallo" zu sagen. Zu tun werde ich auch so noch genügend bekommen.

Meine Aufgaben werden nämlich hauptamtlich darin bestehen, das Gästehaus und die Cabin für die Gäste herzurichten und bei der Farmarbeit zur Hand zu gehen. Als erste Aufgabe habe ich nachmittags Leo beim Holz machen geholfen. Das hat mich doch sehr an meine Kindheit und Teenagerzeit daheim im Schwarzwald erinnert. Unserem Papa haben meine Geschwister und ich damals oft beim Holz machen geholfen. Ich kann also auf meinen Erfahrungsschatz von damals zurückgreifen. 😅

In der Küche des Gästehauses habe ich dann noch die Spüle und das Ceranfeld gereinigt und das Wohnzimmer gestaubsaugt. Das waren dann auch schon im Großen und Ganzen meine Aufgaben für heute. Im Winter hat Leo nicht allzu viele Gäste und die Büffel-Touren gibt er meistens im Sommer, so dass nicht allzu viel im Moment anliegt.

Leo kümmert sich neben der Farm noch um seine Musik und schreibt an einem Buch, deshalb ist er morgens und abends gerne in seiner Cabin und arbeitet an seinen Projekten. Momentan macht er auch eine Diät, so dass wir nicht gemeinsam essen. Er hat mir deshalb erklärt, wie ich am besten mein Essen zubereiten kann. Denn es gibt für uns zwei keine ausgestatte Küche in der Cabin sondern wir kochen und braten auf dem BBQ Grill. Ich lerne somit schon mal ein bisschen für das geplante Camping-Abenteuer im Sommer.  😂

Das erste Dinner beinhalte Pasta mit Pesto. Aber da ich den Gaskocher nicht recht im Griff hatte und zuerst auch nicht das Feuerzeugs ans Laufen brachte, dauerte mein Kochvergnügen ewig und drei Tage. Naja, am Ende stand ein Teller heißer Pasta vor mir. Das ist doch die Hauptsache. Für die nächsten Abende weiß ich dann Bescheid. Auf dieser Reise lerne ich für´s Leben - das ist schon mal sicher!

Morgendlicher Blick aus meinem Zimmer

Vor dem Gästehaus

Leo´s Cain und der Trailer, in dem im Sommer die Helfer schlafen

Mein Zimmerchen




















Ausblick

Schreiner-Werkstatt mit meinem Zimmerchen

Bergwelt um die Farm

Auffahrt zur Farm
Die Büffelherde

Hier geht´s lang zur Büffelfar
Da ist die Herde und der Schppen















Blick auf die Farm

Mittwoch - 01.03.2017 - Golden

Heute ist meine Hauptaufgabe mich um den Hot Tub der Gäste zu kümmern. Heute kommen zwei neue Gäste an, die bis Freitag hier bleiben. Der Hot Tub wird jeden Tag für die Gäste "angeworfen". Wofür man Feuer machen und dann alle 1 - 1,5 Stunden Holz nachlegen muss. Wenn die Gäste abreisen, wird der Wassertank mit neuem Wasser für die neuen Gäste befüllt. Leo hat mir heute gezeigt, wie er den Ofen anmacht und meine Aufgabe ist es nun, das Feuer am Laufen halten.

Da ich noch nicht so viele Aufgaben habe, komme ich endlich mal wieder dazu meinen Blog auf Vordermann zu bringen und einigen weiteren Schreibkram zu übernehmen. Skype habe ich heute auch mal wieder benutzt und mit Martin und Roman telefoniert. Einfach toll, dass man so einfach in Kontakt bleiben kann und so auch mal schnell ein paar Fragen klären kann ohne lange per What´s App hin und her zu schreiben. 😊

Hier im Tal kann man viele schöne Spaziergänge machen. Momentan liegt überall noch Schnee, so dass man auch Langlaufen oder Schneeschuh wandern kann. Ich kann mir die Schneeschuhschuhe auch ausleihen und Erkundungstouren machen. Laut Leo muss ich mir um Bären & Co. keine Sorgen im Winter machen. Vor Ende April ist nicht mit ihnen hier unten im Tal zu rechnen.

Statt einer Schneeschuh-Tour runter zum Fluß bin ich stattdessen eine große Runde entlang der Straße gelaufen. Da hier eh nicht viel Verkehr ist, fühlte man sich schon fast wie auf auf einem verschneiten Waldweg. In der Umgebung der Farm gibt es noch viel Häuser, aber alle haben ziemlich viel Land um sich herum. Es gibt in der Ecke auch ziemlich viel Hunde. Ich habe das Gefühl in jedem Haus wohnt mindestens einer, wenn nicht sogar mehrere. Der letzte Hund von Leo ist leider entlaufen, so dass wir keinen Hund haben, was ich sehr schade finde. So ein Hund, der auf die Farm und uns aufpasst, hätte ich schon toll gefunden. Stattdessen mache ich Bekanntschaft mit den Hunden, die nicht angeleint oder im Gehege sind. Glücklicherweise sind alle recht friedlich und sie gehen mit entsprechender Ansage wieder brav zu ihren Farmhäusern zurück.

Der Spaziergang zog sich ganz schön lange hin, so dass Leo eine meiner Holz-Nachlade-Aktionen übernommen hatte. Gegen Abend kamen auch die Gäste an. Leo hat sie begrüßt und ich habe parallel dazu mein Dinner gekocht. Während der Farm-Wochen werde ich wohl ganz schön viel kochen. Heute gab es ganz kreativ wieder Pasta, aber diesmal mit einer angebruzelten Paprika und Tomatensoße. Jeanne hatte noch viel Gemüse da gelassen, was ich nun alles verbrauchen kann.

Heute vormittag war Leo auch kurz mit Amanda, einer Freundin, die mit ihrem Mann zusammen eine Hundeschlitten-Farm unweit von uns betreibt, in der Stadt und hat eingekauft. Unter anderen gab´s für mich Gemüse-Nachschub. Für die nächste Einkaufstour muss ich mir vorher mal ein paar Rezepte raussuchen, damit es etwas abwechslungsreicher wird. Außerdem sollte ich mal nachprüfen, was an Essen alles noch da ist und verbraucht werden sollte.

Hot Tub beim Gästehaus
Auf meinem Spaziergang

Auf meinem Spaziergang

Auf meinem Spaziergang

Donnerstag - 02.03.2017 - Golden

Heute vormittags habe ich keine Verpflichtungen, so dass ich einen kleinen Spaziergang zu den Büffeln unternommen und mit dem geplanten Hotel in Tofino auf Vancouver Island telefoniert habe. Leider habe ich so gut wie keinen Handy-Empfang auf der Farm. Internet läuft dafür prima. Auf dem geplanten Roadtrip mit Roman, Monika & Jochen im Sommer möchten wir zwar hauptamtlich auf Campingplätzen in unserem Truck-Campern übernachten, aber in Tofino habe ich mir gewünscht in der traumhaften Middle Beach Lodge zu übernachten. Ich hoffe das klappt dann auch. Die Damen vom Front Desk kümmern sich nun zumindest um die Buchung und die Koordination mit unserer kanadischen & deutschen Reiseagentur.

Ich habe heute vormittag zum ersten mal meine neue gekaufte Travel Yoga Matte ausgebreitet und mithilfe von YouTube ein bisschen praktiziert. Ganz schön eingerostet bin ich mittlerweile. Aber ich hoffe in den Wochen auf der Farm ein bisschen mehr Sport und Yoga machen zu können. Mit Joggen ist hier leider nicht so viel, da alles verschneit und teilweise auch eisig ist, aber der Schnee soll vielleicht im April wegtauen.

Mit Sandra O. habe ich heute vormittag auch noch kurz skypen können. Habe docht glatt vergessen, dass heute ja eigentlich unser traditioneller Englischkurs-Abend ist und sie deshalb nicht allzu früh zuhause ist. So schnell vergisst man seine gewohnte Routine und die Wochentage. 🙈 War sehr schön, mit ihr zu sprechen, obwohl nur sehr kurz, denn ich durfte heute mittag mit Leo und unseren Gästen zu den Büffel gehen. 😊

Leo macht im Sommer viele Touren. Oft kommen auch ganze Gruppen oder Schulklasssen. Im Winter gibt es Touren nur nach Anmeldung oder eben für die Hausgäste. Joel und Sara kommen aus Buffalo in den USA. Wer Ken Follet´s letzte Romane gelesen hat, dem kommt die Stadt am Rande der Großen Seen bekannt vor. Die zwei sind super nett und die Famile von ihr hat auch einige Jahre in Deutschland in der Nähe von Rammstein gelebt. Ihr Vater war in der Air Force. Deshalb versteht sie auch bruchstückhaft Deutsch. Joel hat seine Kenntnisse dann direkt zum Besten gegeben "Guten Tag. Ich heiße Joel. Wie geht´s?" Finde ich ja prima, wie bemüht hier alle sind.  😃

Leo hat uns dreien dann ganz viel zu den Büffeln erzählt und die zahlreichen Fragen beantwortet. Wir durften auch Fotos mit Chester Junior, dem Bullen, machen. Er kam ganz nah an den Zaun wenn man direkt neben ihm steht und wir uns so anschauen merkt man erstmal wie groß und kraftvoll diese Tiere sind. Intelligent sind sie auch dazu. Er hat immer ganz genau mitbekommen, wenn wir über ihn gesprochen haben. Ich bin jetzt schon ganz begeistert von den Tieren und werden Ihnen so oft es geht einen Besuch auf der Weide abstatten.

Büffel ganz nah

Chester Junior & ich

Büffel

Büffelkuh

Wer von euch darauf auch mal Lust hat die Büffel bei einem Trip durch die Rocky Mountains zu besuchen, kann sich gerne auf der Website von Leo über die Touren informieren und auch nach Wunsch auf der Farm übernachten. Hier sind die Links dazu:
Leo´s Website
Buchbar über AirBnB:
Buffalo Ranch - Guest House
Buffalo Ranch - Cabin on the Creek

Leo freut sich immer über netten Besuch!

Nachmittags habe ich dann zusammen mit Leo den Hot Tub für unsere Gäste angezündet und wieder mit Holz nachgefüllt, sobald die erste Fuhre an Holz verbrannt war. Eigentlich wollten wir heute nochmal Holz für die Cabin richten, aber ganz so weit wie beim letzten mal kam Leo diesmal nicht. Ich konnte ihm deshalb nicht helfen, weil er noch nicht alle Stämme klein gesägt hatte. Meine Aufgabe bestannt dann am Ende nur darin den Holzstapel mit einer Plane gegen Eis, Schnee und Regen abzudecken.

Mein Abend ging deshalb geruhsam zu Ende. Mit dem obligatorischen Pasta-Dinner - vielleicht steige ich morgen mal auf Kartoffeln um - und einer Internetsession, in der ich endlich diesen Blog Post fertig gestellt habe. Viel Spaß beim Lesen! 😁