Mittwoch, 1. November 2017

Berg Lake Trail

31.07.2017 – Montag – Jasper – Berg Lake Trail

Früh ging es heute für Wiebe und mich los, damit wir zeitig am Information Centre im Mount Robson Provincial Park ankommen und uns für unsere Wanderung registrieren konnten. Dort durften wir uns auch noch ein Safety Video anschauen, welches bei Wiebke eher für Verunsicherung als für Aufklärung sorgte. Das Thema „Begegnung mit Bären“ wurde nicht so exakt besprochen wie erhofft. Ich versuchte sie mit allem meinem bisher gesammelten Bären-Wissen zu versorgen und zu beruhigen. Wir sind mit Bearspray und Trillerpfeife ausgestattet und alleine werden wir hoffentlich auf dem Hike auch nicht sein, denn schließlich sind alle Camping-Spots seit Monaten ausgebucht.

Wir starteten also los und schießen natürlich noch diverse Bevor-es-losgeht-Fotos und wandern erstmal bis zum Kinney Lake. Dort treffen wir auf eine kleine kanadische Wandergruppe, denen wir immer wieder begegnen sollten. Besonders in Erinnerung bleibt uns einer der Truppe, der direkt am Anfang seine Wasserfalsche aus Versehen in den Bach wirft. Dumm gelaufen, aber er nahm’s mit Humor. Eine größere Wandergruppe aus Deutschland treffen wir auch noch an. Letztere befindet sich der Ausrüstung und dem Tempo nach zu urteilen aber eher auf einer Tagestour als auf einer Mehrtages-Wandertour.

Der Elch und ich - Größenvergleich :)

Bevor es losgeht

Hiking Buddies

Wiebke auf dem Berg Lake Trail

Am Kinney Lake

Kinney Lake

Wir liefen mit unseren schweren Rucksäcken sehr langsam im Vergleich zu unseren anderen Wandertouren. Aber das bleibt bei dem Gewicht und der vielen Kilometer eben nicht aus. Der Weg bis zum Kinney Lake geht relativ eben beziehungsweise steig aber nicht steil bergan. Nachdem wir den See und das dazugehörige Flusstal passiert haben, geht´s zum ersten Mal steil hoch. Hier merken wir unsere Rucksäcke deutlich und man braucht die Luft definitiv zum Atmen und nicht zum Quatschen.

Unterwegs treffen wir auch noch Arianne aus Montreal. Sie machte die Wandertour so wie wir – mit nur einer Übernachtung. Die meisten übernachten zwei Nächte am Berg, aber das war uns aufgrund der großen Buchungsnachfrage leider nicht mehr möglich. Arianne geht die Tour allerdings ganz alleine. Sie ist eine ganz schön coole Socke. Das würde ich mich nicht getrauen und ich bin mehr als froh, dass ich mit Wiebke unterwegs bin.

Brückenüberquerung (photo credit: Wiebke)


Brücke am Fluß

Berg Lake Trail

Kinney Lake von oben

Hängebrücke

Beim Campground Whitehorn

Wunderbar klares Wasser

White Falls

White Falls

Der Aufstieg zu den Emporer Falls ist besonders anstrengend und schweißtreibend. Wanderer, die uns entgegenkommen muntern uns auf und motivieren uns durch einen munteren Plausch weiter bergauf zu gehen. Besonders beeindruckend: Wir treffen eine kleine Gruppe mit einer über 80-Jährigen, die die Wandertour zwar per Helikopter gestartet hatten, aber hinunter muss man in dem Alter auch erstmal wandern können. Großen Respekt!!

Die Emporer Falls sind ganz schön mächtig und vor lauter Gischt kann man sich dort gar nicht allzu lange aufhalten. Die Stimmung ist dank des beschwerlichen Aufstiegs eh etwas angespannt, besonders bei Wiebke, und so heißt es schnell die letzten Meter erklimmen und unser Nachtlager am Campground in der Nähe der Wasserfälle aufschlagen.

Nachdem wir unser Zelt erfolgreich aufgebaut und uns was zu essen gemacht hatten, stieg auch direkt die Stimmung. Eine Mehrtageswanderung hatten wir beide noch nie komplett auf uns gestellt gemacht und so sind wir froh die Strapazen, der ersten Etappe überstanden zu haben. Beim Inka-Trail vor zwei Jahren hatten wir Porter, die unser Gepäck und die komplette Ausrüstung getragen haben, da waren wir nur mit leichtem Tagesrucksack ausgestattet.

Emporer Falls

Unser Campground

Unsere Aufsicht auf Mt. Robson

Abendstimmung am Campground

Wir genießen den Abend und schauen uns die Sterne an. Schöner geht´s eigentlich nicht. Vor uns der höchste Berg der kanadischen Rocky Mountains: Mount Robson, davor ein rauschender Bach und wir sitzen mit unseren heißen Teetassen vor unserem Zelt. 

Lange hatten wir es dort allerdings nicht ausgehalten, denn es wird schnell erstaunlich kalt, wenn die Sonne hinterm Berg verschwindet. Wir versuchten uns beide warm einzupacken, damit wir die Nacht in unseren Schlafsäcken gut überstehen konnten und hofften nachts nicht mehr raus zu müssen.

Aber wie das halt so ist .... die Hoffnung stirbt zwar bekanntlich zuletzt, aber dank der Kälte und des Tees wurden sowohl Wiebke als auch ich wieder wach. Wie unangenehm nachts zum Toilettenhäuschen gehen zu müssen und nicht zu wissen, ob nicht ein Bär hinterm nächsten Baum lauert. Das lässt sich auch abkürzen, denn wir sind ja schließlich in der Natur und überall um unser Zelt herum gibt es Büsche und Bäume.  



01.08.2017 – Montag – Berg Lake Trail – Hinton

Wir sind so froh, dass wir von Chad das meiste unseres Camping-Equipment ausleihen konnten - insbesondere das Kochgeschirr. Es ist schon Gold wert sich morgens einen hießen Tee und Porridge kochen zu können. Wir haben beide einigermaßen gut geschlafen, aber kalt war´s schon sehr. Ohne einen guten Schlafsack und warme Klamotten wäre das definitiv heftig geworden.

Breakfast (photo credit: Wiebke)

Nachdem wir uns aufgewärmt und gestärkt hatten, verstauten wir den größten Teil unseres Gepäcks im Zelt und sind mit Bearspray, Wasserflasche und Fotoapparat bewaffnet die letzten Kilometer zum eigentlich Ziel, dem Berg Lake, weitergewandert. Das schwere Gepäck nicht dabei zu haben, machte den Weg definitiv um einiges leichter und wir konnten die Tour entlang des mächtigen Berges und seinen Gletschern genießen.

Kurz vorm See trafen wir auch Arianne wieder. Sie hat im Berg Lake Campground übernachtet und war schon wieder auf dem Rückweg. Wir laufen die letzten Meter weiter und sind vom Anblick des türkisfarbenen Sees mehr als beeindruckt.

Nach einer Pause am See machten wir uns wieder auf dem Rückweg, denn schließlich mussten wir das Zelt noch einpacken und den ganzen Weg wieder hinaus aus dem Tal laufen. Das ist sind doch einige Kilometer: 16 km vom Trailhead zum Emporer Falls Campground und von dort nochmal 5 km zum Berg Lake. Am zweiten Tag haben wir also 31 km erlaufen.  

Berg Lake Trail

Berg Lake Trail

Am Berg Lake

Berg Glacier

Berg Lake mit Mt. Robson (photo credit: Wiebke)

Berg Lake (photo credit: Wiebke)


Berg Lake

Berg Lake
 
Berg Lake Trail


Berg Lake Trail

Wir trafen unsere kanadischen Wanderfreunde wieder. Sie hatten im Campgroud vor den Emporer Falls übernachtet und werden noch eine weitere Nacht am Berg Lake verbringen. Wir verabschiedeten uns und machen uns auf den Rückweg.

Das Zelt hatten wir schnell abgebaut und alles wieder ordentlich in unseren Rucksäcken verstaut. Wir essen ein zweites Frühstück, damit wir gestärkt losmarschieren können. Runter ging es doch viel einfacher als hoch. Einen weiteren Stopp legten wir am „Whitehorn Campground“ ein und von dort sind wir weiter in Richtung Kinney Lake gewandert.

Leider zieht sich der Weg vom Kinney Lake bis zum Parkplatz unglaublich hin. Die knapp 7 Kilometer kamen uns endlos vor. Besonders Wiebke verlor so langsam aber sicher die gute Laune und wir „kämpften“ uns gemeinsam Kilometer für Kilometer den Berg hinunter. Der Rucksack wirkte doppelt so schwer auf den Schultern und wir machten beide 10 Kreuze als wir endlich am Parkplatz ankamen.

Wir verstauten unsere Rucksäcke geschwind und düsten zum Visitor Centre. Dort holten wir unsere im Spind eingeschlossenen Laptops und Reiseunterlagen ab. Nach einem kurzen Bummel im Souvenirshop machten wir uns auf die Rückfahrt. So langsam aber sicher kehrten auch bei Wiebke die Lebensgeister zurück.

Mount Robson Visitor Centre

In Jasper legten wir nochmal einen Essensstopp ein. Wir bestellten uns Pizzas und vertilgten diese auf einer Bank im Park. Von hier fuhren wir noch knapp eine Stunde weiter um im Motel „Tara Vista Inn“ in Hinton zu übernachten. Wir wollten heute noch ein bisschen Strecke machen und nicht nochmal in Jasper bleiben.  Wir sind beide froh als wir endlich ankamen, duschen und wieder in einem Bett schlafen konnten. Leider hieß es auch noch das Gepäck flugfertig zu packen und nochmal ordentlich umher zu kramen. Denn morgen geht´s zum Flughafen nach Edmonton. Für Wiebke geht’s zurück nach Deutschland und für mich weiter nach Vancouver. Für uns beide ist es ein emotionaler Abend ... aber natürlich besonders für Wiebke!



02.08.2017 – Mittwoch – Hinton – Edmonton - Vancouver

Nach einem Frühstück bei Tim Hortons geht’s für uns heute von Hinton weiter nach Edmonton. Bevor unsere Flieger in unterschiedliche Richtungen davonflogen gab es noch einiges zu erledigen. Unser erster Stopp ist bei „MEC“, wo wir flugs den Leih-Rucksack und das Leih-Zelt abgaben. Wir schlenderten noch einmal durch den Laden und fuhren weiter zum Wunschstopp von Wiebke: Wir halten bei „Lululemon“ und sie kaufte sich vom Abschiedsgeld ihrer Au-Pair-Familie eine neue Leggings. Und ich eine Geburtstagskarte für meine Mama im Schreibwarenladen nebenan.

Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zu Chad´s Haus. Da weder er noch Jade heute zuhause waren, stellten wir die ausgeliehene Campingausrüstung wie vereinbart auf der Veranda hinterm Haus ab. Als Dankeschön überlassen wir den beiden unseren neu gekauften Camping-Kocher und unsere Picknick-Decke.

Der Flughafen war von hier nur noch knapp 20 Minuten entfernt. Wir tankten nochmal voll und gaben unseren Mietwagen ab. Mit unseren großen Rucksäcken, Koffern und Taschen ging es zum Check-in. Ich konnte direkt einchecken, aber da Wiebke´s Flug erst viel später abgeben sollte, hatte ihr Schalter noch nicht auf.

Wir machen eine letzte Pause zusammen. Wiebke schrieb mir einen wunderbaren Eintrag in mein Journey-Book und ich verewigte mich in ihres – alles auf den letzten Drücker. Dann hieß es Abschied nehmen. Ein megatoller Road Trip ging zu Ende und etwas Neues liegt für beide vor uns!

Ich machte mich auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle. Kurz vor meinem Boarding konnte ich Wiebke doch nochmal kurz drücken. Denn sie kam gerade an meinem Gate vorbeigeschlendert als ich noch in der Schlange stand. Welch schöner Zufall.

Mein Flieger brachte mich nach Vancouver. Der Flug war wunderschön. Das Wetter war prima und ich hatte dank dem Fenstersitz eine tolle Sicht auf die Berge. Unter anderem konnte ich ganz deutlich den Icefields Parkway sehen. Unglaublich von oben ... vor ein paar Tagen waren wir noch dort unten.

Die Rocky Mountains von oben

Icefields Parkway von oben

Smoke over the Mountains

Mit der U-Bahn ging´s nach downtown Vancouver und von dort mit dem Bus zum Hostel. Willkommen zurück in der Zivilisation! Heute Nachmittag herrschte hier nämlich ein ordentliches Verkehrschaos auf der Straße zum Hostel und es ging nur schleppend vorwärts.

Gut, dass ich mich schon auskannte und schnell den Weg zum Hostel „HI Downtown“ fand. Wie witzig ist das denn, dass ich ausgerechnet exakt das gleiche Zimmer dort bekommenhabe wie im Februar! Das ist wie heimkommen!

Nach einer schnellen Dusche und einem Plausch mit meinen zwei Zimmergenossinnen, die beide auch aus Baden-Württemberg sind, machte ich mich auf den Weg, um meine zwei sehr guten Freundinnen Diana und Sabrina zu treffen.

Wir hatten uns am Hotel der beiden verabredet. Wie surreal meine zwei Mädels hier in Vancouver zu treffen. Diana kenne ich schon seit dem Kindergarten und Sabi seid meiner Ausbildung. Wie doch die Zeit vergeht! Nun kann ich Ihnen „mein“ Vancouver zeigen!

Die zwei waren trotz Jetlag erstaunlich fit und wir schlenderten für eine Mini-Sightseeingtour zum Canada Place hinunter. Leider ist es dieser Tage von den Waldbränden dermaßen verraucht, so dass man nicht mal North Vancouver auf der gegenüberliegenden Seite sehen konnte. Das war echt verrückt – schwül warm und eigentlich sollte laut Wettervorhersage die Sonne scheinen.

Wir beschloßen gemeinsam lecker essen zu gehen und schauten bei „Steamworks“, einer Brauerei mit Lokal, vorbei. Hier war ich vor 3 Jahren auch schon mit Roman und fand es dort richtig gut. Uns hatte es heute Abend auch richtig gut geschmeckt.

Wir beschloßen aber trotzdem nicht die Nacht zum Tag zu machen, denn die beiden mussten doch noch einiges an Schlaf nachholen. Und so schlenderten wir gemeinsam zum Hotel zurück und ich ging weiter bis zu meinem Hostel.

Heute fand in der English Bay ein alljährlich stattfindendes Feuerwerk statt. Ich entschied spontan dort doch noch vorbei zu gehen. Mein Hostel lag schließlich um die Ecke. Das Feuerwerk war toll. Was für ein Abschluss meines Road Trips mit Wiebke und was für ein Auftakt für die gemeinsamen Tage mit Diana und Sabi!! 

Vancouver

 
Canada Place in Vancouver


Canada Place in Vancouver

Canada Place in Vancouver

Canada Place in Vancouver

Olympische Fackeln in Vancouver

Fireworks

Fireworks

Fireworks

Fireworks

Fireworks

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