31.07.2017 – Montag – Jasper – Berg Lake Trail
Früh ging es heute für Wiebe und mich los, damit wir zeitig
am Information Centre im Mount Robson Provincial Park ankommen und uns für
unsere Wanderung registrieren konnten. Dort durften wir uns auch noch ein
Safety Video anschauen, welches bei Wiebke eher für Verunsicherung als für
Aufklärung sorgte. Das Thema „Begegnung mit Bären“ wurde nicht so exakt
besprochen wie erhofft. Ich versuchte sie mit allem meinem bisher gesammelten
Bären-Wissen zu versorgen und zu beruhigen. Wir sind mit Bearspray und
Trillerpfeife ausgestattet und alleine werden wir hoffentlich auf dem Hike auch
nicht sein, denn schließlich sind alle Camping-Spots seit Monaten ausgebucht.
Wir liefen mit unseren schweren Rucksäcken sehr langsam im
Vergleich zu unseren anderen Wandertouren. Aber das bleibt bei dem Gewicht und
der vielen Kilometer eben nicht aus. Der Weg bis zum Kinney Lake geht relativ
eben beziehungsweise steig aber nicht steil bergan. Nachdem wir den See und das
dazugehörige Flusstal passiert haben, geht´s zum ersten Mal steil hoch. Hier
merken wir unsere Rucksäcke deutlich und man braucht die Luft definitiv zum
Atmen und nicht zum Quatschen.
Der Aufstieg zu den Emporer Falls ist besonders anstrengend
und schweißtreibend. Wanderer, die uns entgegenkommen muntern uns auf und
motivieren uns durch einen munteren Plausch weiter bergauf zu gehen. Besonders
beeindruckend: Wir treffen eine kleine Gruppe mit einer über 80-Jährigen, die
die Wandertour zwar per Helikopter gestartet hatten, aber hinunter muss man in
dem Alter auch erstmal wandern können. Großen Respekt!!
Die Emporer Falls sind ganz schön mächtig und vor lauter
Gischt kann man sich dort gar nicht allzu lange aufhalten. Die Stimmung ist
dank des beschwerlichen Aufstiegs eh etwas angespannt, besonders bei Wiebke,
und so heißt es schnell die letzten Meter erklimmen und unser Nachtlager am
Campground in der Nähe der Wasserfälle aufschlagen.
Wir genießen den Abend und schauen uns die Sterne an.
Schöner geht´s eigentlich nicht. Vor uns der höchste Berg der kanadischen Rocky
Mountains: Mount Robson, davor ein rauschender Bach und wir sitzen mit unseren
heißen Teetassen vor unserem Zelt.
Lange hatten wir es dort allerdings nicht ausgehalten, denn
es wird schnell erstaunlich kalt, wenn die Sonne hinterm Berg verschwindet. Wir
versuchten uns beide warm einzupacken, damit wir die Nacht in unseren
Schlafsäcken gut überstehen konnten und hofften nachts nicht mehr raus zu
müssen.
Aber wie das halt so ist .... die Hoffnung stirbt zwar
bekanntlich zuletzt, aber dank der Kälte und des Tees wurden sowohl Wiebke als
auch ich wieder wach. Wie unangenehm nachts zum Toilettenhäuschen gehen zu
müssen und nicht zu wissen, ob nicht ein Bär hinterm nächsten Baum lauert. Das
lässt sich auch abkürzen, denn wir sind ja schließlich in der Natur und überall
um unser Zelt herum gibt es Büsche und Bäume.
01.08.2017 – Montag – Berg Lake Trail – Hinton
Wir sind so froh, dass wir von Chad das meiste unseres
Camping-Equipment ausleihen konnten - insbesondere das Kochgeschirr. Es ist
schon Gold wert sich morgens einen hießen Tee und Porridge kochen zu können.
Wir haben beide einigermaßen gut geschlafen, aber kalt war´s schon sehr. Ohne
einen guten Schlafsack und warme Klamotten wäre das definitiv heftig geworden.
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| Breakfast (photo credit: Wiebke) |
Nachdem wir uns aufgewärmt und gestärkt hatten, verstauten
wir den größten Teil unseres Gepäcks im Zelt und sind mit Bearspray,
Wasserflasche und Fotoapparat bewaffnet die letzten Kilometer zum eigentlich
Ziel, dem Berg Lake, weitergewandert. Das schwere Gepäck nicht dabei zu haben,
machte den Weg definitiv um einiges leichter und wir konnten die Tour entlang
des mächtigen Berges und seinen Gletschern genießen.
Kurz vorm See trafen wir auch Arianne wieder. Sie hat im
Berg Lake Campground übernachtet und war schon wieder auf dem Rückweg. Wir
laufen die letzten Meter weiter und sind vom Anblick des türkisfarbenen Sees
mehr als beeindruckt.
Wir trafen unsere kanadischen Wanderfreunde wieder. Sie
hatten im Campgroud vor den Emporer Falls übernachtet und werden noch eine
weitere Nacht am Berg Lake verbringen. Wir verabschiedeten uns und machen uns
auf den Rückweg.
Das Zelt hatten wir schnell abgebaut und alles wieder
ordentlich in unseren Rucksäcken verstaut. Wir essen ein zweites Frühstück,
damit wir gestärkt losmarschieren können. Runter ging es doch viel einfacher
als hoch. Einen weiteren Stopp legten wir am „Whitehorn Campground“ ein und von
dort sind wir weiter in Richtung Kinney Lake gewandert.
Leider zieht sich der Weg vom Kinney Lake bis zum Parkplatz
unglaublich hin. Die knapp 7 Kilometer kamen uns endlos vor. Besonders Wiebke verlor
so langsam aber sicher die gute Laune und wir „kämpften“ uns gemeinsam Kilometer
für Kilometer den Berg hinunter. Der Rucksack wirkte doppelt so schwer auf den
Schultern und wir machten beide 10 Kreuze als wir endlich am Parkplatz ankamen.
Wir verstauten unsere Rucksäcke geschwind und düsten zum
Visitor Centre. Dort holten wir unsere im Spind eingeschlossenen Laptops und
Reiseunterlagen ab. Nach einem kurzen Bummel im Souvenirshop machten wir uns
auf die Rückfahrt. So langsam aber sicher kehrten auch bei Wiebke die
Lebensgeister zurück.
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| Mount Robson Visitor Centre |
In Jasper legten wir nochmal einen Essensstopp ein. Wir
bestellten uns Pizzas und vertilgten diese auf einer Bank im Park. Von hier fuhren
wir noch knapp eine Stunde weiter um im Motel „
Tara Vista Inn“ in Hinton zu
übernachten. Wir wollten heute noch ein bisschen Strecke machen und nicht
nochmal in Jasper bleiben.
Wir sind
beide froh als wir endlich ankamen, duschen und wieder in einem Bett schlafen konnten.
Leider hieß es auch noch das Gepäck flugfertig zu packen und nochmal ordentlich
umher zu kramen. Denn morgen geht´s zum Flughafen nach Edmonton. Für Wiebke
geht’s zurück nach Deutschland und für mich weiter nach Vancouver. Für uns
beide ist es ein emotionaler Abend ... aber natürlich besonders für Wiebke!
02.08.2017 – Mittwoch – Hinton – Edmonton - Vancouver
Nach einem Frühstück bei Tim Hortons geht’s für uns heute
von Hinton weiter nach Edmonton. Bevor unsere Flieger in unterschiedliche
Richtungen davonflogen gab es noch einiges zu erledigen. Unser erster Stopp ist
bei „
MEC“, wo wir flugs den Leih-Rucksack und das Leih-Zelt abgaben. Wir
schlenderten noch einmal durch den Laden und fuhren weiter zum Wunschstopp von
Wiebke: Wir halten bei „
Lululemon“ und sie kaufte sich vom Abschiedsgeld ihrer
Au-Pair-Familie eine neue Leggings. Und ich eine Geburtstagskarte für meine
Mama im Schreibwarenladen nebenan.
Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zu Chad´s
Haus. Da weder er noch Jade heute zuhause waren, stellten wir die ausgeliehene
Campingausrüstung wie vereinbart auf der Veranda hinterm Haus ab. Als
Dankeschön überlassen wir den beiden unseren neu gekauften Camping-Kocher und
unsere Picknick-Decke.
Der Flughafen war von hier nur noch knapp 20 Minuten
entfernt. Wir tankten nochmal voll und gaben unseren Mietwagen ab. Mit unseren
großen Rucksäcken, Koffern und Taschen ging es zum Check-in. Ich konnte direkt
einchecken, aber da Wiebke´s Flug erst viel später abgeben sollte, hatte ihr
Schalter noch nicht auf.
Wir machen eine letzte Pause zusammen. Wiebke schrieb mir
einen wunderbaren Eintrag in mein Journey-Book und ich verewigte mich in ihres –
alles auf den letzten Drücker. Dann hieß es Abschied nehmen. Ein megatoller
Road Trip ging zu Ende und etwas Neues liegt für beide vor uns!
Ich machte mich auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle. Kurz
vor meinem Boarding konnte ich Wiebke doch nochmal kurz drücken. Denn sie kam
gerade an meinem Gate vorbeigeschlendert als ich noch in der Schlange stand.
Welch schöner Zufall.
Mit der U-Bahn ging´s nach downtown Vancouver und von dort
mit dem Bus zum Hostel. Willkommen zurück in der Zivilisation! Heute Nachmittag
herrschte hier nämlich ein ordentliches Verkehrschaos auf der Straße zum Hostel
und es ging nur schleppend vorwärts.
Gut, dass ich mich schon auskannte und schnell den Weg zum
Hostel „
HI Downtown“ fand. Wie witzig ist das denn, dass ich ausgerechnet exakt
das gleiche Zimmer dort bekommenhabe wie im Februar! Das ist wie heimkommen!
Nach einer schnellen Dusche und einem Plausch mit meinen zwei
Zimmergenossinnen, die beide auch aus Baden-Württemberg sind, machte ich mich
auf den Weg, um meine zwei sehr guten Freundinnen Diana und Sabrina zu treffen.
Wir hatten uns am Hotel der beiden verabredet. Wie surreal
meine zwei Mädels hier in Vancouver zu treffen. Diana kenne ich schon seit dem
Kindergarten und Sabi seid meiner Ausbildung. Wie doch die Zeit vergeht! Nun
kann ich Ihnen „mein“ Vancouver zeigen!
Die zwei waren trotz Jetlag erstaunlich fit und wir
schlenderten für eine Mini-Sightseeingtour zum Canada Place hinunter. Leider
ist es dieser Tage von den Waldbränden dermaßen verraucht, so dass man nicht
mal North Vancouver auf der gegenüberliegenden Seite sehen konnte. Das war echt
verrückt – schwül warm und eigentlich sollte laut Wettervorhersage die Sonne
scheinen.
Wir beschloßen gemeinsam lecker essen zu gehen und schauten
bei „
Steamworks“, einer Brauerei mit Lokal, vorbei. Hier war ich vor 3 Jahren
auch schon mit Roman und fand es dort richtig gut. Uns hatte es heute Abend
auch richtig gut geschmeckt.
Wir beschloßen aber trotzdem nicht die Nacht zum Tag zu
machen, denn die beiden mussten doch noch einiges an Schlaf nachholen. Und so
schlenderten wir gemeinsam zum Hotel zurück und ich ging weiter bis zu meinem
Hostel.
Heute fand in der English Bay ein alljährlich stattfindendes
Feuerwerk statt. Ich entschied spontan dort doch noch vorbei zu gehen. Mein
Hostel lag schließlich um die Ecke. Das Feuerwerk war toll. Was für ein
Abschluss meines Road Trips mit Wiebke und was für ein Auftakt für die
gemeinsamen Tage mit Diana und Sabi!!
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| Vancouver |
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| Canada Place in Vancouver |
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| Canada Place in Vancouver |
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| Canada Place in Vancouver |
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| Canada Place in Vancouver |
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| Olympische Fackeln in Vancouver |
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| Fireworks |
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| Fireworks |
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| Fireworks |
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| Fireworks |
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| Fireworks |
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