Montag, 20. März 2017

Auf Regen folgt Sonnenschein

Dienstag - 14.03.2017  - Golden

Bei einem Farmstay lernt man wirkich fürs Leben. Heute beispielsweise habe ich mich als Klempner betätigt. Das kommt davon, wenn man die Toilette verstopft. Nun weiß ich auch, wie ich künftig solch ein Problem behebe. Eine wirklich peinliche Aktion noch direkt vorm Frühstück. Aber Leo hat dies ganz gelassen genommen und mir nur kurz erklärt, wie ich am Besten vorgehen soll. Das Problem war dann glücklicherweise bald behoben. Wie praktisch, dass ich eh heute vorhatte das kleine Badezimmer sauber zu machen. Das konnte ich dann gleich im Anschluss erledigen. 🙈

Blick ins Badezimmer - nach der Putzaktion
Danach musste erstmal einer kleiner Spaziergang zur Mailbox und zu den Büffeln her. Füße vertreten und frische Luft schnappen. Da heute wieder ein sehr ungemütlicher Tag ist und es richtig viel regnet habe ich mich danach mit Leo´s Buch "Soultracker" ins Kämmerchen zurückgezogen. So kann man wenigstens ohne schlechtes Gewissen im Bett liegen und lesen. Die Lektüre ist, wie von Leo bereits angekündigt, nicht ganz so einfach zu lesen. Aber ich bemühe mich.

Zur Abwechslung habe ich dann noch ein bisschen Yoga gemacht. Vermisse in den Momente doch mein Yogastudio in Düsseldorf karmakarma. Alleine mit YouTube macht das nur halb so viel Spaß und die Atmosphäre ist auch eine ganz andere. So ein schöner Raum - vor allem auch mit hohen Decken - und tolle Lehrer wäre schon prima. Mein Kämmerchen ist leider nicht wirklich hoch, so dass ein Sonnengruß oder ähnliches, bei dem man die Hände über den Kopf nehmen muss, nicht möglich ist. Wenn das Wetter wärmer ist, werde ich vielleicht unten in der Werkstatt oder auf der Terrasse, wenn keine Gäste da sind, praktizieren. Mal sehen ... da muss ich mir noch was einfallen lassen.

Zum Abendessen gab´s heute mal wieder Pasta mit Soße für mich. Den restlichen Abend habe ich dann mit Bewertungen bei Tripadvisor und einem Telefonat mit Tanja verbracht. Es ist schon seltsam, manchmal klappt die Verbindung einwandfrei und manchmal hakt es ganz ordentlich. Heute hatte ich den Eindruck wir haben mehr aneinander vorbei geredet, aber da wir oft vom selben sprechen wollten, war das schon wieder sehr lustig. 😊

Mittwoch - 15.03.2017  - Golden

Das Sprichwort "Vom Regen in die Traufe" trifft auf den heutigen Tag im wahrsten Sinne des Wortes zu. Eigentlich dachte ich, dass der gestrige Tag für´s Erste der schlimmste Tag hier sein sollte, aber er wurde noch getoppt.

Los ging es eigentlich noch ganz entspannt. Ich musste morgens noch die letzten Vorbereitungen für den Check-in von Jeewon´s Reisegruppe aus Toronto & Calgary treffen. Dazu gehörte unter anderem den Hot Tub leeren, sauber machen, neu mit Wasser auffüllen und das Feuer anmachen. Bis zum Punkt Wasser auffüllen, bin ich noch sehr gut alleine gekommen. Danach gab´s leider Schwierigkeiten das Feuerholz zum Brennen zu bringen. Trotz mehrfacher Versuche blieb mir nichts anderes übrig außer Leo um Hilfe zu bitten. Das Ganze dann leider auch bei Regen, so dass ich schon ganz durchnässt war und Leo auch nicht gerade begeistert war im Regen draußen herumzuwerkeln.

Leider ging das Feuer auch bei ihm nicht direkt an, so dass die einzige Möglichkeit blieb, das Holz teilweise wieder aus der Feuerbox herauszuholen und gegebenfalls durch trockenes Holz zu ersetzen und neu zu schichten. Unglücklicherweise ist ihm bei der Aktion ein großer Holzklotz ins Wasser gefallen. Was ein kleines Desater war, denn der Klotz war natürlich voller Öl, welches wir für´s Anfeuern aufs Holz kippen! 😮

Also waren Leo und ich im Schweinsgalopp damit beschäftigt, das Öl aus dem Hot Tub mit einem kleinen Eimer und der Pumpe zu bringen. Leo hatte mir ganz am Anfang noch erzählt, dass dies immer DER Supergau schlechthin sei, denn je nachdem wie viel Öl ins Wasser kommt, kann man es weder abschöpfen noch schnell säubern. Dann könnte es durchaus sein, dass man den Hot Tub bis zur vollständigen Reinigung erstmal nicht benutzen kann. Was für die Gäste und auch für uns als Gastgeber doof wäre.

Dies bedeutet nun, sorgfälig alle kleinen Öl-Fitzelchen abschöpfen, das ganze Wasser wieder auspumen, alles sauber machen und neu mit frischen Wasser auffüllen. Der ganze Reinigungs- und Wiederbefüll-Prozess dauert normalerweise schon gute anderthalb Stunden. Da die Gäste für den frühen Nachmittag angekündigt waren, standen wir natürlich unter Zeitdruck. Die Stimmung war bei uns beiden im Keller. Bei mir, weil ich das Feuer nicht in Gang gebracht und uns somit in die Situation gebracht habe und bei Leo, weil er vor lauter Hektik nicht vorsichtig genug war.

Leo hat das Feuer dann später selbst entfacht nachdem ich dafür gesorgt habe, dass alles wieder sauber und aufgefüllt war. Es ging dann auch nicht lange bis die Gäste kamen. Leo hat die Begrüßung übernommen und ich habe nochmal Holz nachgelegt bevor die Gäste den Hot Tub übernahmen. Situation gerettet! Aber es gab ein nur sehr kurzes Verschnaufen. 😓

Kaum war das Drama mit dem Hot Tub überstanden, kam Leo zu mir und meinte, dass wir ein kleines Leck im Keller hätten. Das stammt von der Außenwand und sollte sich eigentlich bald erledigen. Aber ich solle doch ab und an ein Blick darauf werfen. Ok, gesagt, getan ... dumm nur, dass es heute wie aus Kübeln den ganzen Tag regnet und gestern auch einiges runtergekommen ist. Dazu ist es etwas wärmer. Es hat Plusgrade und der Schnee fängt an zu schmelzen. Das bedeutet, dass das Leck immer größer wird und ein, zwei, drei Handtücher reichen dann nicht mehr aus, das Wasser im Keller zu stoppen.

Hinzu kommt noch, dass der Abfluss am Ende der Kellertreppe auch zu ist und so dort alle halbe Stunde alles voller Wasser ist. Ich bin also den restlichen Nachmittag damit beschäftigt alle halbe Stunden 6-8 Handtücher auszuwringen, in den Trockner zu werfen, Wasser abzuschöpfen und Wassereimer die Kellertreppe hinauf und das Wasser draußen auszukippen.

Als ich mir für mein Dinner eine Stunde Pause gönne, ist alles so voll gelaufen, dass ich mir schon Sorgen mache, wie wir das die Nacht über hinbekommen sollen, wenn es weiter regnet. Leo wird sich nachts darum kümmern, da er immer ganz, ganz früh  aufsteht und ich habe mich angeboten bis 23 Uhr alle Stunden runterzugehen und den Kreislauf mit den Handtüchern im Gang zu halten: auswringen, in die Waschmaschine zum Trocken schleudern, in den Trockner, Handtücher wechseln, Wasser abschöpfen, Eimer raustragen ... Echt anstrengend und sehr frustrierend, da kein Ende in Sicht. 😰

Ein Lichtblick sind mal wieder die Gäste. Ich weiß nicht wie Leo das macht, aber bisher waren es nur ausgesprochen nette Gäste. Jeewon und seine Reisegruppe haben vollstes Verständnis für unser Werkerln in "ihrem" Keller und auch Sy und Ian, die im zusätzlichen Schlafzimmer im Keller schlafen, haben damit kein Problem. Mit Ian habe ich mich während meiner zahlreichen Kelleraufenthalte auch länger unterhalten. Er war geschäftlich schon oft in Österreich und auch mal kurz in München. Einfach immer wieder schön, wie nett und kompliziert die Kanadier sind!

Ian erinnert mich rein optisch unglaublich an den Schauspieler Jack Black und von seiner Art her an seine Rolle als Miles in "Liebe braucht keine Ferien". Es würde noch fehlen, dass er noch zu Singen und Komponieren anfängt. Aber das hat er am Ende doch nicht gemacht. 😇🎬

Ich bin dann kurz nach 23 Uhr ins Bett und habe leider vor lauter Regenprasseln und den Gedanken an die Überschwemmung auch nicht gut einschlafen können. 💦

Auch die Büffeln sind klatschnass

Donnerstag - 16.03.2017  - Golden

Da es morgens immer noch schauert und das Leck noch nicht komplett trocken ist, geht´s nach dem Frühstück wieder munter weiter mit dem Trocken-Legen des Kellers. Laut Wetterprognose sollte es aber später aufhören, was glücklicherweise auch so eintraf. Oft kann man den Wetterprognosen hier nicht so recht Glauben schenken. Die sind nicht so genau wie bei uns in Europa.

Neben meinem üblichen Vormittags-Spazierung zu den Büffeln, habe ich spät nachmittags die Trockenphase und den Sonnenschein - man mag es nach zwei Tagen Regen ja kaum glauben! - ausgenutzt und bin vorm Abendessen und danach nochmal eine Runde gelaufen. Das war unglaublich schön und sorgte wieder für gute Stimmung bei mir. Das lässt doch darauf hoffen, dass wir diese Nacht keine Klimmzüge machen müssen, um das Wasser zu stoppen und die nächsten Tage vielleicht auch Ruhe haben.

Sonnenschein - vor allem abends - bedeutet, dass es aufklart und somit einen kalte Nacht gibt. Das ist gut, denn wenn der Boden wieder friert, dann tropft es auch nicht mehr in den Keller. Leo hat zur Abhilfe Matt angerufen. Er wird in den nächsten Tagen vorbeikommen und die fehlende Regenrinne am Gästehaus anbringen. Das behebt zwar noch nicht ganz das Leck, sorgt aber dafür, dass beim nächsten Regenschauer, das Wasser etwas vom Haus und der kritischen Stelle abgeleitet wird.

Glücklicherweise habe ich heute dank der lieben Gäste keine Aufgabe mehr. Die Gäste kümmern sich nämlich selbst um das Befeuern des Hot Tub. Da brauche ich also nichts machen. Viele Kanadier sind den Umgang mit offenen Kaminen und Feuerstellen gewohnt, so dass sie damit kein Problem haben. Das ist eigentlich mein einziger Dauerjob, wenn Gäste im Gästehaus sind. Ansonsten hat man, während des Aufenthalts eigentlich keine Aufgaben mehr.

Da ist aber auch einer nicht begeistert vom vielen Regen

Zaungast

Chester Jr. und seine Herde im Regen

Man mag es kaum glauben ... ein paar Stunden später!

Die Gäste-Cabin mit Schnee-Equipment

Red Chief Mountain im Abendlicht


















































Freitag - 17.03.2017  - Golden

Auf Regen folgt Sonnenschein ... das trifft es dieser Tage echt wunderbar! Heute morgen hatten wir einen prächtigen Wintermorgen - richtig kalt mit Minusgraden, aber auch richtig schön sönnig. Wie im Bilderbuch und da die Gäste heute erst spät auschecken werden, habe ich den ganzen Vormittag, um den Sonnenschein und die Winterstimmtung zu genießen. 😊

Mein Weg führt mich zu den Büffeln und wieder zurück. Unterwegs übe ich mit meiner Kamera was ich mir letztens in den YouTube-Videos angeschaut hatte. Jeewon ist mit seiner Spiegelreflexkamera auch unterwegs und lacht aufgrund meiner Nachfrage. Er hätte zwar alles schon x-mal fotografiert, aber jeden Tag sieht es wieder anders aus und gerade heute, musste er nochmal losziehen.

Jeewon hat mir dann noch ein bisschen von seiner Reise erzählt. Seine Familie aus Toronto trifft sich regelmäßig mit der Familie von Ian aus Calgary. Sie sind durch Zufall auf die Ranch gestoßen. Für die Kinder ist das natürlich toll und für die Erwachsenen auch. Wir haben uns noch über Europa & Kanada und die jeweiligen Entfernungen sowie meine Workaway-Erfahrung und Hitchhiking im Speziellen unterhalten.

Um 11 Uhr musste ich pünktlich vorm Laptop sitzen, denn ab diesem Zeitpunkt gehen die Tickets für Ed Sheeran für seine Nordamerika-Tour in den Verkauf. Über Facebook hatte ich davon erfahren und zusammen mit Tanja wollten wir uns gerne Tickets für das Konzert im Sommer in Vancouver sichern. Aber Pustekuchen! Auch eine Stunde vorm PC und gefühlte 10.000 Klicks später habe ich immer noch keine Tickets ergattert. Wie frustrierend und wie schade! So muss ich halt weiter seine Lieder und vor allem sein neues Album über den Laptop und mein iPhone hoch und runterhören. 🎶

Nach meinem Lunch und einem Gespräch mit Leo über Musik und Ticketkäufe im Speziellen - er ist schließlich vom Fach - habe ich mich dann an meine Tagesaufgabe gemacht. Jeewon und seine Reisegruppe ist abgereist und nun geht´s wieder ans Sauber machen, Aufräumen und Putzen. Die Putzaktion vom Hot Tub habe ich mir heute erspart und auf den anderen Tag verschoben. Es kommen erst anderntags wieder Gäste, so dass wir genügend Zeit haben.

Spät nachmittags bin ich nochmal zum Spaziergang zur Mailbox losgezogen und danach gab´s wieder badische Dummis diesmal mit kanadischem Ahornsirup zum Dinner. Im Kühlschrank stehen noch 2 komplette Pakete Eier und auch im Gästehaus sind noch welche. Die müssen irgendwie noch weg bevor sie schlecht werden. Mal sehen, ob ich damit in den nächsten Tagen noch ein paar weitere Gerichte zaubern kann.

Morgenstimmung

Ganz schön kalt

Winterstimmung

Winterstimmung

Die Büffelherde in der Kälte

Blick runter zur Herde und zum Schuppen

Büffel-Impressionen

Büffel-Impressionen

Winter Wonderland

Gäste-Cabin

Blick zurück zur Ranch


Samstag - 18.03.2017  - Golden

Bevor die neuen Gäste heute mittag kommen, heißt es für mich wieder die letzten Betten beziehen und geschwindt staubsaugen sowie den Hot Tub vorbereiten. Ein bisschen bang ist mir vor letzterm ja schon, ob das wohl heute auf Anhieb klappt?

Und wie schon fast befürchtet, ging das Feuer heute wieder nicht so recht an. Leider hatte auch einer der Gäste vergessen, die Plane über das Holz zu legen, so dass das Holz vom nächtlichen Frost und leichten Schneefall ziemlich feucht war. Nach drei Anläufen habe ich nochmal Leo um Rat gefragt. Diesmal hatte ich ja schon bedacht, dass ich mehr Luft im Schacht lassen muss, damit sich das Feuer besser entfalten kann, aber das war wohl immer noch nicht die 100-Prozent-Lösung.

Mit weiteren Tipps und trockenem Anmachholz bin ich also wieder zurück zum Holzkessel marschiert und nachdem ich das Holz nochmal komplett rausgenommern, durch vermeintlich trockenes Holz ersetzt und neu geschichtet hatte, ging das Feuer endlich an. Ich habe dann mehrfach gecheckt, ob´s denn wirklich endgültig angesprungen ist. Aber es hat geklappt.

Die neuen Gäste sind für eine "buffalo educational session" hier und insgesamt zu Acht. Treeka hat neben dem Gästehaus auch die Cabin reserviert. Die Gäste kommen fast alle separat und zu unterschiedlichen Zeiten. Nadine mit ihrem Mann machte den Anfang. Mit den beiden ist Leo nach seiner Begrüßung direkt zur Scheune und den Büffeln hoch, um ihnen Chester Jr. und die restliche Herde zu zeigen und ein bisschen was zu den Büffeln zu erzählen. Nadine zeigt den anderen dann später oder morgen alles. So muss Leo nicht zig mal von vorne erklären. 

Ich habe mich den dreien mit etwas Verspätung angeschlossen. Was total nett war. Denn - wie soll es auch anders bei Kanadiern sein - die beiden sind super nettt und witzig. Ihre Tochter war als Au-Pair für ein Jahr in Deutschland. Sie haben die Tochter auch besucht und konnten mir deshalb ganz begeistert davon berichten. Sie fanden Deutschland richtig klasse. In der Schweiz waren sie auch schon und sind dann für einen Abstecher zum Frühstück extra nach Deutschland, weil es dort doch so schön ist.

Ach, sowas hört man doch gerne! Leider konnten die beiden nicht mehr genau sagen, wie der Ort hieß, in dem ihre Tochter wohnte - in der Nähe von Frankfurt, irgendwas mit Bad xy -  und auch nicht mehr wie der Ort in der Schweiz hieß. 😊

Während Nadine und ihr Mann mit ihrem Auto zurückgefahren sind, sind Leo und ich zurückgeschlendert. Der Weg war total matschig und ohne Gummistiefel wäre ich freiwillig dort auch nicht lang gelaufen. Wir haben uns dann nochmal darüber ausgetauscht was alles noch wichtig ist, bevor in seinen wohlverdientenUrlaub abreist und an was ich noch denken muss. Eigentlich sind wir mittlerweile alles zusammen durchgegangen, so dass theoretisch alles startklar ist. 

Ich habe nun auch eine Telefonliste mit allen Freunden von ihm, die ich im Bedarfsfall anrufen kann. Matt & Amanda werden hoffentlich die ein oder andere Nacht hier bleiben, so dass ich nachts nicht alleine bin. Bis Montag früh sind die Gäste ja noch da und im Camper hinter der Werkstatt wohnt seit Freitag Leo´s Freund David mit seinem Sohn. Die beiden machen einen Männer-Wochenende in den Bergen. Gesehen habe ich die beiden bisher nur kurz im Auto und David heute morgen kurz nach dem Aufstehen. Aber ihm so direkt morgens früh im Schlafanzug gegenüber zu treten, fand ich jetzt doch nicht so passend. Abends kommen die beiden auch immer recht spät zurück. 

Nach unserer Rückkehr auf der Ranch durfte ich mich dann leider  wieder um eine neue kleinen Überschwemmung im Keller und im Kellereingang kümmern. Glücklicherweise hörte es bald auf zu Regnen, so dass das Leck bald trocken war. Aber die ganzen Handtücher, die ich zuvor alle gewaschen hatte, konnte ich wieder alle rausholen. Das gibt ein neuer Berg Wäsche. 😩

Während ich mein Abendessen draußen am BBQ zurückbereitet habe (Pasta mit selbstgemachter Pilzsoße), kam auch der letzte Gast an. Ich habe sie kurz begrüßt und schwups stand auch schon Nadine als weiteres Begrüßungskomitee parat. Somit konnte ich mich wieder zurückziehen und in Ruhe zu Abend essen. Den Abend habe ich dann mit Emails schreiben, Facebook, Instagram und mit was man sonst noch so Zeit vertrödelt, verbracht. Eigentlich wollte ich ja Leo´s Buch lesen ...

(Heute gibt es leider gar keine vorzeigbaren Fotos)

Sonntag - 19.03.2017  - Golden

Leo ist heute morgen schon ganz früh in Richtung Calgary aufgebrochen. Er wird nun ca. 4 Wochen in Europa in Urlaub sein und ich halte derweil die Stellung. Ich bin ja mal gespannt wie das so klappt. Zwischendurch werden mich Freunde von Leo besuchen kommen und für zwei Wochen kommt wohl auch noch eine weitere Workawayerin aus Spanien. 

Richtig kanadisch gab es heute Pancakes zum Frühstück. Danke Donata nochmal für das Rezept! Geschmacklich waren die prima, aber an der Umsetzung arbeite ich noch. David, der mir heute morgen am Grill Gesellschaft geleistet hatte, urteilte fachmännisch, das müsse am alten Grill liegen und dass die Hitze nicht mehr gleichmäßig verteilt würde - also nicht an mir. 😋

David habe ich es heute zu Verdanken, dass ich endlich wieder ein bisschen Zivilisation gesehen habe und vor allem die schönen Berge im Tal rund um Golden. Er hat mir angeboten mich in seinem Van mit nach Golden zu nehmen. Er ist wie Leo Musiker und hatte sich gestern Abend als Sound-Techniker bei einem Gig in Canmore nützlich gemacht. Das erklärt auch, weshalb er heute Nacht auch wieder so spät in den Camper kam. Canmore liegt ca. 2 Fahrstunden und über 160 km von Golden entfernt. Seinen Sohnemann hat er vor dem Gig noch zum Busbahnhof gebracht. Der machte sich dann alleine auf den Rückweg nach Vancouver.

Die Soundanlage hat David von einem Freund aus Golden ausgeliehen und dorthin musste sie nun auch wieder zurück. Ach war das schön! Bei bestem Wetter sind wir in seinem Van auf der alten Landstraße anstatt auf dem Trans-Canada-Highway entlang gedüst. 😊

David hat mir ganz viel von seiner Familie, seiner Musik, seinem x Umzüge innerhalb Kanadas und auch mal für einige Zeit nach Seattle / USA erzählt. Da geht die Fahrt flugs um und schwups stehen wir im drive-thru von Tim Hortons. Ich werde mit Kaffee und Muffin versorgt, obwohl ich ja eher einen ausgeben müsste als er. Von hier sind wir zu seinem Freund gefahren, der südlich der Stadt ganz versteckt am Berg wohnt. Unglaublich, was die Leute hier für Grundstücke und Häuser haben!

Die Abgabe der Musikanlage war dann auch recht kurzweilig. Die zwei haben sich über Musik und Musiker unterhalten und hatten sichtlich Spaß. Von dort aus, ging´s mit einer kleinen Sightseeing durch Golden weiter. Unter anderem zeigte David mir einem wirklich tollen urigen Lokal mit tollen Burgern und Live-Musik am Sonntag Abend - dringende Empfehlung von ihm dort hin zu gehen: The Wolfs Den.

Einen kurzen Stopp haben wir dann noch im Bücherladen eingeladen. Dort kann man neben neuen, auch ganz viele gebrauchte Bücher kaufen und es gibt ein schnuckliges Café im Obergeschoss. David hat sich für die Fahrt was zu Essen mitgenommen und ich habe beschlossen, irgendwann hier nochmal herzukommen. Für mich habe ich auber auch was gefunden: eine ganz drollige Karte und ein Buch.

David hat mich dann wieder auf der Ranch abgesetzt und ist dann weiter nach Kelowna gefahren. Dort wird er heute Nacht Shuttle für eine Schülergruppe spielen, die am Flughafen ankommt und nach Revelstoke zum Skifahren möchte. Da Kelowna von hier ca. 3,5 Stunden und über 340 km entfernt ist, ist mit seiner Rückkehr auch nicht vor den frühen Morgenstunden zu rechnen. Da sieht man mal wieder, dass die Kanadier echt Spaß am Autofahren haben! 🚙

Meine Ausbeute aus dem Buchladen :)

Bergpanaroma entlang der Strecke
















Für mich gab´s den Muffin zum Mittagessen bevor ich mich ans Wäsche waschen gemacht habe. Um den Hot Tub muss ich mich heute auch nicht wirklich kümmern, da die Gäste das Befeuern schon selbst übernommen haben. So habe ich Zeit ein bisschen spazieren zu gehen und in Leo´s Buch zu lesen. Nachmittags gibt´s dann noch die restlichen Pancakes von heute morgen.

Mountains & Buffalo


Impressionen

Traktor mit Planwagen

Pancakes




































Zum Abendessen habe ich mir eine Gemüsepfanne gemacht. Jeewon´s Reisegruppe hatte auch noch etwas im Kühlschrank übergelassen, so dass das alles verarbeitet werden musste. Für einen Verdauungsspaziergang bin ich dann nochmal kurz hoch zur Straße gelaufen. Meine Abendbeschäfigung war dann dieser mega-lange Blog-Post. Den nächsten verfasse ich wieder etwas früher. 🙊👆

Dinner Gemüsepfanne

Chester Jr.

Abendstimmung

Montag, 13. März 2017

Wochenende in Golden

Freitag - 10.03.2017 - Golden

Dank konstantem Schneefall den ganzen Vormittag bis in den späten Nachmittag hinein, war heute wieder ein fauler Tag. Draußen konnte man so nicht arbeiten und die Tätigkeiten im Haus sind für's Erste erledigt. Ein guter Grund mich mit meinem Buch und meinem Laptop zurückzuziehen und mit Sandra O. zu skpyen. 😊

Der kurze obligatorische Spaziergang zu den Büffeln durfte trotz Schneefall trotzdem nicht fehlen. Nach meiner Mittagspause und einer weiteren Auszeit beim Lesen, habe ich mich dann wieder um den Hot Tub gekümmert. Diesmal wollte der aber nicht so recht wie ich. Nach über eine Stunde ist mir dann aufgefallen, dass das Feuer doch nicht richtig im Gange war. Es war leider nur noch ganz leicht am glimmen. Leo hat mir dann nochmal geholfen das Feuer ans Laufen zu bringen und gemeint, dass das ab und an vorkommt und man am besten nach ca. 15 - 20 Minuten nach dem Anzünden nochmal kontrollieren sollte, ob es wirklich konstant brennt. Da werde ich beim nächsten mal drauf achten.

Abends gab´s für mich dann nochmal Reste von gestern zu essen und da die Gäste heute erst gegen 21 Uhr geplant hatten zurückzukommen, musste ich noch etwas länger Wache über das Feuer halten als normalweise. Aber glücklicherweise kamen sie auch pünktlich, so dass ich von einer extra Runde verschont geblieben bin. So konnte ich dann doch früh ins Bett gehen. So ein Tag ohne viel Aktivitäten kann auch ganz schön müde machen. Wer hätte das gedacht. 😅

Auf Tuchfühlung


Büffelherde

















Samstag - 11.03.2017 - Golden

Die Tage auf der Farm weichen im Moment nicht sonderlich von einander ab. Für heute liegen neben dem Hot Tub für die Gäste beheizen auch keine Aufgaben mich an. So dass ich meinen üblichen Spaziergang zu den Büffeln direkt nach dem Frühstück eingelegt und mit einem Gang zum Briefkasten verbunden habe.

Mein Buch habe heute auch fertig gelesen. So viel dazu, dass man sich Lesestoff kauft und davon lange etwas hat - wenn man Zeit hat, dann ist ein Taschenbuch in null Komma nichts ausgelesen. Nun kann ich mich am Bücherregel im Gästehaus bedienen. Mal sehen, was es da noch zu lesen gibt.

Eine kleine Abwechslung in meinem heutigen Programm ergaben heute der Plausch mit den Gästen aus der Cabin und das Kennenlernen von Matt.

Felipe aus Brasilien und seine deutsche Freundin sind bis Sonntag in der Cabin und wollten heute mittag kurz Leo Hallo sagen. Da ich mich eben mit Leo unterhalten hatte als die zwei kamen, bin ich einfach dabei geblieben. Die zwei waren schon mit den Langlauf-Skiern unterwegs und wollten heute Nachmittag einen Spaziergang zum Fluß unternehmen. Felipe war auch ganz interessiert an der Farm und den Büffeln, so dass ich bei dem Gespräch auch noch ein paar Details dazulernen konnte.

Später kamen Amanda und Matt noch kurz vorbei, um zusammen mit Leo zu besprechen, wie er sich seine Urlaubsvertretung vorstellt. Leo hat mit Matt noch eine Spritztour mit dem Loader unternommen, um ihm zu zeigen, wie er damit die Heuballen in die Weide der Büffel fahren kann. Matt hat sich bei mir dann auch noch kurz vorgestellt, was ich sehr nett fand. Die beiden werden sich um die Büffel kümmern, wenn Leo demnächst für ein paar Wochen in Urlaub ist. Matt wird zudem auch noch an dem Schuppen der Werkstatt weiterarbeiten. Der ist nämlich noch nicht ganz fertig. Die beiden werden mir dann zeitweise Gesellschaft leisten, was ich prima finde.

Mit dabei hatten sie auch noch einen ihrer Hunde. Pippi war ganz schön aufgeweckt und hat mich gleich animiert für sie Stöckchen zu schmeißen. Hauptsache jemand beschäftigt sich mit ihr nachdem ihr Herrchen und Frauchen anderweitig in Aktion waren. Kaum pfiff aber Amanda nach ihr, war sie ruck-zuck im Auto verschwunden. Ganz Border Collie Manier - auf Wort gehorchen! 🐶

Zum Dinner wollte ich heute nicht zum dritten mal in Folge das gleiche Essen wie die Tage zuvor machen, deshalb gab es eine Linsensuppe für mich. Vermutlich habe ich davon nun auch die nächsten Tage zu essen oder ich suche mir eine Schüssel oder eine Tüte, in der ich einen Teil davon einfrieren kann. Wir haben eine rießige Gefriertruhe, so dass da genügend Platz sein dürfte. Aber gut, so habe ich für morgen schon etwas, was ich einfach nur warm muss.

Blick zum Red Chief Mountain


Sonntag - 12.03.2017 - Golden

Vor dem heutigen Tag graute mir schon, denn heute heute ziehen 9 Perosnen aus dem Gästehaus und 2 aus der Cabin aus und nachmittags haben sich direkt neue Gäste angekündigt. Oft kommen die Gäste erst gegen Abend, da sie tagsüber noch etwas unternehmen und dann erst spät hier ankommen. Aber just heute, wo beide Locations hergrichtet werden müssen, ist dies nicht nicht der Fall. Dies hätte uns ansonsten einen guten Zeitpuffer verschafft. Glücklicherweise müssen Leslie und ihre 8 Gäste schon früh los, um den Flieger in Calgary zu erreichen, so dass wir mit dem Gästehaus früh anfangen können.

Was bedeutet das dann für mich? Um 6 Uhr klingelte der Wecker, damit ich spätestens eine Viertel Stunde später aufstehe, um rechtzeitig gefrühstückt zu haben und startklar zu sein, wenn die Gäaste um 7 Uhr abfahren. Was ich und auch die Gäste nicht so recht bedacht haben, ist, dass die Uhrzeit heute Nacht umgestellt wurde. Wir haben nun Spring Time! 🌸

Spring Time bedeutet eine Stunde am Abend mehr Tageslicht, aber auch den Verlust einer Stunde. Somit bin ich effektiv um kurz nach 5 Uhr aufgestanden. Die Gäste scheinen den Umstand der Zeitumstellung nicht recht mitbekommen zu haben, denn um 7 Uhr saßen sie schön beim Frühstück. Also gut, dann halt doch noch etwas Zeit vertrödeln, das bekomme ich hier ja gut hin ... eine dreiviertel Stunde später war es dann aber doch so weit und ich konnte mit meiner Putzaktion loslegen.

Leo hat mir glücklicherweise geholfen, sonst hätte ich das nicht geschafft. Er meinte, dass man schon merkt, dass ich etwas geübter bin. Das freut mich doch sehr, denn in der Tat finde ich auch, dass die Handgriffe etwas flotter von der Hand gehen.

Während ich also das Gästehaus gereinigt und die Betten frisch bezogen habe, hat sich Leo um das Leeren und Wiederbefüllen des Hot Tub´s, das Vorbereiten des offenen Kamins im Wohnzimmer und der Reinigung der Cabin gekümmert, nachdem Felipe und seine Freundin um kurz nach 10 Uhr abgefahren sind. Mit der Zeitaufteilung waren wir schon kurz nach der Mittagszeit mit der Arbeit fertig, so dass wir Zeit zum Lunch und einer kleinen Pause hatten.

Um 15 Uhr stand natürlich keiner der neuen Gäste auf der Matte, was bestimmt auch an der Zeitumstellung lag. Das gab mir noch Zeit bei den Büffeln vorbeizuschauen und die Sonne auf der Bank beim Hot Tub zu genießen. Die Beaufsichtigung des Feueres hatte ich mittlerweile von Leo übernommen, so dass sich dieses Plätzchen für meine Pause wunderbar anbot.

Büffel im Schnee

Mittagspause bei den Büffeln

Immer schön aufpassen!

Rocky Mountain Buffalo Ranch































Ein knappes Stündchen später als angekündigt, kamen dann auch Stefanie & ihr Freund bei der Ranch an. Eigentlich wollte Leo die Begrüßung übernehmen, aber da ich offensichtlich vor "ihrem" Gästehaus saß, konnte ich mich schlecht ungesehen aus dem Staub machen, also habe ich mich kurz vorgestellt und die beiden willkommen geheißen. Die beiden sind - typisch Kanadier - super freundlich und nett und so ist es kein Problem ein bisschen Smalltalk zu machen und sie zu Leo´s Cabin zu begleiten. Er hat das weitere Prozedere mit Ihnen dann besprochen.

Ich bin nachmittags zu einer weiteren Spazierrunde aufgebrochen. Mit Gummistiefeln und Skihose habe ich mich nochmal auf den Weg gemacht endlich zum Blaeberry River zu gelangen. Diesmal bin ich gleich die Abkürzung über die Büffelwiese gegangen und musste feststellen, dass man über eines der Tor garnicht klettern muss, das lässt sich nämlich ganz leicht öffnen. 🙈

Egal ... über das andere Tor musste man auf jeden Fall klettern. Wenn es keinen Schnee hätte, könnte man vielleicht unten durch grabeln können, aber so war der Spalt etwas zu schmall. Auf der anderen Seite angekommen, war der River Trail nicht mehr so gut befestigt, wie zuvor und so bin ich oft knietief oder mehr in den Schnee eingesunken. Am Ende kam ich dann wieder bei der großen Freifläche aus, bei der ich beim ersten Versuch schon angekommen war.

Dort konnte ich der Ferne zwei Langläufer mit Hunden beobachten. Für die beiden war es ein leichtes Fortkommen. Da es mit dem vielen Schnee doch recht mühsam war so ohne Schneeschuhe, habe ich mich entschlossen wieder zurückzugehen und demnächst einen neuen Versuch zu wagen. Ich habe schließlich hier noch einige Wochen vor mir, in denen ich noch oft genug zum Fluß hinuntergehen kann.

Impressionen von meiner Tour

Impressionen von meiner Tour

Spuren im Schnee

Eines der Tore zur Abkürzung über die Büffelwiese

Meine Gummistiefel haben sogar ein Ahornblatt auf der Sohle :)

Abends habe ich mir dann nochmal eine Portion Ella´s Buddha Bowl gekocht und festgestellt, dass die Zeitumstellung einen sehr positiven Effekt auf meine Kochsession hat: es ist länger hell und so muss ich mich nicht beeilen, damit ich rechzeitig mit der Kocherei fertig bin, um nicht im Dunkeln am Grill stehen zu müssen. Das macht es doch einfacher und man fühlt sich doch etwas wohler abends nicht nur im Dunkeln herumtigern zu müssen.


Montag - 13.03.2017 - Golden

Nachdem ich gestern schon so früh aufgestanden bin, war mir fast schon klar, dass das heute nichts mit dem zeitigen Aufstehen wird. Hinzu kam auch noch, dass der Ausblick nach Draußen einem nicht dazu anregte aufzustehen: Nebel und alles grau in grau. Da drehe ich mich doch lieber nochmal um und stehe erst um halb neun Uhr auf. Die heutigen Aufgaben halten sich auch im Rahmen, so dass ich mir deswegen keinen Kopf machen muss.

Stefanie und ihr Partner sind nur für eine Nacht hier. Normalerweise gibt es die Regel, dass mindestens 2 Nächte gebucht werden müssen, aber da das Gästhaus danach erstmal nicht gebucht ist und eine Buchung besser als keine ist, hat Leo die Anfrage trotzdem angenommen. Für mich bedeutet dies, dass ich heute das Gästehaus wieder sauber machen darf. Aber da 2 Personen deutlich weniger Arbeit machen als 9, schaue ich der Aufgabe gelassen entgegen.

Da die beiden nicht so früh los mussten, habe ich die Gelegenheit genutzt nach dem Frühstück eine Runde zu den Büffeln zu gehen. Auf dem Weg zurück kamen mir die beiden dann auch schon entgegen gefahern. Echt lieb, die haben extra angehalten, um sich nochmal zu verabschieden und für den schönen Aufenthalt zu danken. Die beiden wollen unbedingt wieder kommen und dann auch etwas länger bleiben. Das freut mich doch sehr.

Nach meiner Rückkehr habe ich mich dann direkt ans Aufräumen und Saubermachen gemacht. Das ging verhältnismäßig flott und in knapp 2,5 Stunden war ich dann auch mit allem fertig. Den Hot Tub werden wir erst am Mittwoch leeren und neu befüllen, wenn die neuen Gäste kommen. So war mein Werk für heute getan und ich habe mich noch um ein paar Kleinigkeiten rund ums Guesthouse gekümmert, bevor ich mich zu meiner Pause in mein Loft zurückgezogen habe. Gerade als ich mir überlegte, ob ich mit einem neuen Buch anfange oder erst eine Runde Yoga einlege, habe ich ein Auto herfahren gehört.

Amanda und Matt sind vorbeigekommen, um in der Schreiner-Werkstatt etwas für ihre Farm zu bauen. Da sich diese direkt unter meinem Zimmerchen befindet, war natürlich an Ruhe für´s Lesen oder Yoga nicht zu denken. Also habe ich mich zu Ihnen gesellt. Da ich bei ihrem Schneepflug-Bau nicht wirklich helfen konnte, habe ich mich dann ihrer Hündin Pippi angenommen und brav Stöckchen gemisssen, gekrault und das wer-ist-stärker-Spiel gespielt. 🐶

Stöckchen schmeißen im Schnee gibt ganz schön kalte Finger, so dass ich zum Aufwärmen ein Tee für Amanda und mich gekocht habe. Matt war zu beschäftigt für Getränke. Beim Teeplausch habe ich dann einiges zu ihrem Schneepflug-Bau aus Holz und den Hunden erfahren. Die beiden sind nach knapp einer Stunde Arbeit mit ihrem neuen Pflug auf dem Auto wieder abgefahren.

Für mich war es dann auch schon bald wieder Zeit fürs Dinner. Einen Teil der Linsensuppe habe ich mir nochmal warm gemacht und den Rest eingefroren. Morgen muss es wieder was Neues auf dem Telller geben. Zum Dessert habe ich mir noch eine Portion Eis gegönnt. Und da Leslie und ihre Gäste uns neben einigen Lebensmitteln, etlichen Dosen Bier und Whiskey auch noch eine halbe Flasche Rotwein dagelassen hatten, habe ich mir davon heute nochmal zum Dinner ein Gläschen genehmigt. Das Glas ist bestimmt ein guter Schlummertrunk.

Kleiner Büffel

Büffelherde

Donnerstag, 9. März 2017

Büffel, Wölfe & Kojoten

Dienstag - 07.03.2017 - Golden

Wie fast jeden Morgen gehe ich nach dem Frühstück eine kleine Runde zur Weide mit den Büffeln und wieder zurück. Die Sonne ist heute auch wieder am Himmel zu sehen und so macht der kleine Spaziergang trotz Kälte Spaß. Die Büffel stehen - wie so oft - bei der Scheune und somit nah beim Futter. Die Tiere machen einen recht trägen Eindruck, aber angeblich können sie richtig schnell laufen, wenn sie mal loslegen.

Büffelherde am Morgen

Ein Blick von hinter den Farmhäusern auf die umliegende Bergwelt

















Vormittags gab es für mich noch nicht allzu viele Aufgaben, deshalb habe ich eine Shoppingliste erstellt, mit Lebensmitteln und Putzmitteln, die benötigt werden. Leo will am Mittwoch oder Donnerstag wieder in die Stadt fahren und dann die Besorungen erledigen. Den restlichen ruhigen Vormittag habe ich dann noch für ein Telefonat mit Ann-Catrin genutzt. 😊 Freie Stunden sind nicht immer ganz so planbar, denn die einzigen Tagen, an denen ich weiß, dass es viel zu tun gibt, sind die Tage von Check-in und vorallem Check-out und während der Zeit, in der Gäste im Gästehaus sind und der Hot Tub beheizt werden muss. Dazwischen gibt es auch noch Aufgaben wie das Holz hacken, aber das macht Leo oft wetterabhängig. Es macht keinen Sinn bei Minusgraden Holz zu hacken oder wenn es schneit. Ansonsten kann ich mich natürlich mit Putzen in unseren Gemeinschaftsräumen austoben, aber darauf hat man ja bekanntlich nicht immer so viel Lust. 😉

Nach einer kleinen Stärkung zur Mittagspause habe ich die Ausgangspost weggebracht und die Eingangspost abgeholt. An der Straße oben, gibt es eine große Post-Box. Dort hat jedes Haus sein eigenes Fach und kann so neue Briefe abholen, wenn man gerade daran vorbeifährt oder so wie ich, dorthin läuft. Lautstark werde ich dort immer von den drei Nachbarshunden in Empfang genommen. Die machen immer einen Lärm - unglaublich! Ich befürchte, das Bellen hört man im ganzen Tal. Wahrscheinlich ist ihnen langweilig, aber zum Spielen komme ich nicht vorbei. Die drei Hunde sind mir nicht ganz so geheuer und zu dem auch ziemlich groß. Ich warte noch auf den Tag, an dem einer von ihnen über den Zaun springt.

Nachts bin ich kurz wegen Geheule aufgewacht. Aber das waren weder die Nachbarshunde noch Wölfe, wie ich zuerst angenommen hatte. Leo hat mir am Morgen erklärt, dass dies Kojoten waren, die durchs Tal ziehen. Manchmal kommen die Kojoten auch zu den Wiesen hinter der Farm.

Leo und ich haben nachmittags die Cabin zusammen angeschaut und er hat mir noch ein paar Tipss gegeben, wie ich das ein oder andere noch besser herrichten kann. Mit dem Bereitlegen des Feuerholzes im Sauna-Ofen war er glücklicherweise zufrieden, so dass ich da nicht nochmal nachlegen musste. Er hat dann die Holzreserveren hinter der Cabin aufgefüllt, während ich noch die letzten Dinge drinnen erledigt  habe. Die nächsten zwei Gäste kommen am Freitag. Dafür müssen wir dann noch noch frisches Wasser vorbeibringen und den Gasofen anmachen, damit es auch warm ist.

Da damit das Tagespensum an Aufgaben auch schon wieder erledigt war, habe ich mich zum einzigen für mich ohne Auto erreichbaren Sightseeing-Hotspot in Golden aufgemacht: dem Northern Lights Wildlife Wolf Centre.

Es geht dort vorallem um Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung. Denn die meisten von uns haben doch eher Schauergeschichte im Hinterkopf, wenn sie an Wölfe denken. Das sind allerdings alles Mythen, denn Wölfe in der freien Wildband sind extrem scheue Tiere und kommen Menschen freiwillig nicht zu Nahe. Im Wildlife Centre leben monentan acht Wölfe, die alle in einem Zoo oder ähnlichem aufgewachsen sind. Die Tiere sind so an Menschen gewöhnt, dass sie nicht mehr ausgewildert werden können. Ich konnte dies auch live beobachten, denn als Casey, der Gründer der Anlage, mit seinem Eimer und der Schaufel ins Gehege von Scrappy Dave, Flora und Wiley hineinging, kamen zwei Wölfe gleich fröhlich daher gerannt und ließen sich wie Hunde streicheln.

Da ich der einzige Gast zu dieser Stunde war und pünktlich alle halbe bis volle Stunde ein kleine Einführungsrede von ca. 25 Minuten gehalten wird, kam ich in den Genuss dieser alleine zu lauschen. So habe ich viele neue und auch schon bekannte Infos zum Leben im Wolfsrudel erhalten. Besonders spannend für mich war, dass Kanada bei der Erhaltung der heimischen Tierwelt leider nicht ganz so vorbildlich agiert, wie man als Ausländer oder Tourist für gemeinhin annehmen könnte. Es gibt zwar einige Regelungen, die den Erhalt verschiedener Spezien schaffen soll, aber diese werden teilweise durch andere Regelungen, wie das Jagdrecht, wieder ausgehebelt. Einzig in Nationalparks sind die Tiere richtig geschützt, aber diese sind oft nicht groß genug, um gewissen Arten genügend Lebensraum zu bieten. Deshalb wandern viele Tiere ab und ohne Schutz des Nationalparks werden sie dann gejagt.

Es gibt pro Provinz und Territorium eigene Schutzprogramme für Wölfe, aber diese wiedersprechen sich leider auch teilweise mit Schutzprogramme anderer Arten wie beispielsweise Karibus oder Elche. Da hat Kanada wohl noch einiges zu tun und deshalb finden die Macher den Wildlife Centres es auch so wichtig die Bevölkerung aufzuklären. Shelley, die Ehefrau von Casey, geht deshalb unter anderem auch mit der Wölfin Flora in Schulen, um die Kinder über die Tiere zu informieren und Ihnen zu zeigen wie wichtig der Wolf für eine intakte Flora und Fauna in Nordamerika ist.

Nach den vielen Infos kann man sich so lange wie man möchte auf den Spazierwegen entlang der Gehege aufhalten. Ich habe dies gerne ausgenutzt und auch versucht, das ein oder andere Foto einzufangen. Garnicht so einfach, wenn die Tiere ständig hin und her gehen und erschwerend kommt noch der Gitterzaun hinzu. Kurz bevor ich gehen wollte, fing dann einer der Wölfe auch noch zu Heulen kann. Nun weiß ich also genau wie sich ein Wolf anhört.

Spuren von Büffel und Wolf

Spuren von Schwarz und Grizzly Bär

 Der Wolf als wichtiges Bindeglied zwischen den verschienden Tierarten

Scrappy Dave

Flora

Flora

Flora

Flora

Flora

Flora und Scrappy Dave

Moki oder Mack

Moki oder Mack

Scrappy Dave

Scrappy Dave

Flora und Scrappy Dave

Am Pförtner-Häuschen


Mit neuen Eindrücken und tollen Bildern auf der Kamera und ihm Kopf von den faszinierenden Tieren bin ich dann wieder zurück zur Farm geschlendert und dann war auch schon bald wieder Essens- und Zubettgehzeit.


Mittwoch - 08.03.2017 - Golden

Ich glaube heute Nacht war wieder ein Kojote rund um unsere Farm unterwegs. Ein verrücktes Jaulen hat mich jedenfalls wieder aufwachen lassen und da der Mondschein alles so schön hell erleuchtet und der Schnee sein übriges dazu beiträgt, dachte ich, dass ich vielleicht draußen etwas sehen könnte, aber dem war nicht so. Ich habe nichts auffälliges durch mein Fenster erspähen können. Leo hat leider davon nichts mitbekommen, um meinen Verdacht zu bestätigen.

Für heute standen keine speziellen Aufgaben für mich auf dem Plan, so dass ich mir am Vorabend überlegt hatte, heute das Badezimmer zu putzen. Davor war ich aber noch für eine kurze Runde bei den Büffeln bevor ich mich an die Arbeit gemacht habe. Das kleine Badezimmer hatte es doch ein bisschen nötig und nachdem ich letztens erfahren habe, dass die Gäste aus der Cabin manchmal zum Duschen bei uns vorbei kommen, war es mir doch ein Anliegen alles mal auf Hochglanz zu polieren. In der Cabin gibt es nämlich kein fließendes Wasser und somit auch keine Dusche. Ich bin mit meinem Werk ganz zufrieden und Leo auch.

Büffelherde
Am späten Vormittag fing es dann zu schneien und zu stürmen an, so dass man die Zeit lieber drinnen als draußen verbringt. Ich habe mich dann ein bisschen mit der Planung von dem ein oder anderen geplanten Roadtrip beschäftigt und ein paar Emails beantwortet. An meinem Blog habe ich auch gearbeitet und eine neue Seite mit einer Linksammlung hinzugefügt. Das ist vielleicht nach einer Weile ganz hilfreich, weil sich mit der Zeit ja doch einiges an Infos ansammelt.

Die Sonne kam dann doch irgendwann durch und der Schneefall hörte auf - Danke Tanja für´s die Sonne aus Kamloops herüberschicken! 👏🌞 Das habe ich dann auch gerne ausgenutzt und weitere Briefe von Leo zum Briefkasten gebracht. Ein kleiner Spaziergang zwischendurch kann ja nicht schaden. Es ist zwar auch ganz schön, stundenlang im Netz zu surfen, aber irgendwie muss da wieder etwas mehr Aktivität rein. Für morgen habe ich auf jeden Fall mir vorgenommen, wieder etwas aktiver zu sein und nochmal die Yoga-Matte auszurollen oder eine Fitness-App auszutesten.

Zum Abendbrot habe ich mir heute Dummis gemacht - das ist typisch badisch und heißt je nach Tal beziehungsweise Region auch anders. Manch einer kennt es auch als Kratzete zu Spargel und es ist vergleichbar mit Kaiserschmarrn. Bei mir daheim gab´s Dummis immer mit Apfelmus. Da ich letzteres aber nicht hier habe, habe ich etwas improvisiert und dazu einfach Eis gegessen - hauptsache süß und klebrig. Zugegeben kein besonders kalorienarmes Essen, aber ab und zu darf das ja auch mal drin sein ... außerdem sind im Kühlschrank total viele Eier, die bis Ende des Monats weg müssen. 😋

Leo kam noch für einen kurzen Plausch zu meiner BBQ-Aktion dazu und hat mir unter anderem noch einen Windschutz vorbeigebracht. Die Gasflamme war über den starken Wind heute Abend nicht so erquickt. Und dank Windschutz ging´s dann doch besser. Ich kann euch nun auch mal zeigen, wie das hier mit dem Essen zubereiten vonstatten geht.

In der kleinen Küche im Seitenteil des Gästehauses kann man alles zubereiten. Dort gibt´s neben dem Kühlschrank auch einen Wasserkocher, eine Kaffeemaschine, einen Toaster und was man sonst noch so braucht - allerdings keine Spülmaschine. 😉 Gekocht wird draußen auf dem Gas-Grill. Der Grill hat auch eine Platte für Töpfe und Pfannen, so dass man dort auch kleine Mahlzeiten kochen kann. Sachen parallel zubereiten wie z.B. Reis und ein Wok-Gericht wird allerdings schwierig. Der Herausforderung will ich mich die Tage noch stellen, wenn Leo die neuen Lebensmittel beschafft hat. Noch war auch nie so wirklich schlechtes Wetter. Ich mag mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn´s den ganzen Tag regnet. Dann macht draußen kochen kein Spaß. Aber warten wir es mal ab.

Küchenfenster mit Aussicht (Foto vom 05.03.2017)

Küchenzeile mit Esstisch (Foto vom 05.03.2017)

Küchenzeile mit Hochbett für weitere Helfer (Foto vom 05.03.2017)

In Aktion am Grill

Mit Schneemobil

Kochen mit Aussicht

Und das ist das Ergebnis - Dummis mit Eis :)




































































Donnerstag - 09.03.2017 - Golden

Der morgendliche Besuch bei den Büffeln ist für mich schon fast zur Routine geworden. Nach dem Frühstück und einer kurzen Pause geht´s raus. Vermeintlich sehen die Bilder jeden Tag gleich aus, denn die lieben Viecher stehen in der Regel träge rund um die Heuballen an der Scheune und fressen oder käuen wieder. Trotzdem ist es schön die Büffel jeden Tag zu sehen und kurz Hallo zu sagen.

Büffeldame

Ausblick auf die umliegende Bergwelt





















Der Tag sah heute morgen auch wirklich vielsprechend aus, deshalb hatte ich mir überlegt nachmittags eine erste Schneeschuh-Tour durch´s Tal zu machen. Von der Farm führt ein kleiner Weg Richtung Fluß, welcher laut Leo leicht zu finden ist. Aber zuvor hatte ich noch für mittags eine Aufgabe zu erleidgen. Bis es damit soweit war, habe ich für eine 40-minütige Yoga-Session meine Matte in meinem Kämmerchen ausgerollt und versucht damit meine Rückenschmerzen loszuwerden.

Heute Abend kommen wieder neue Gäste ins Gästehaus. Leslie aus Texas / USA hat sich mit insgesamt 8 Gästen angekündigt. Das Haus ist somit voll und das bedeutet auch, wenn alle am Sonntag wieder ausziehen, dass dann wieder ein Großkampftag an der Wäsche- und Putzfront angesagt ist. Aber bevor die Gäste kommen, muss noch der Hot Tub in Gang gebracht werden. Da wir ihn letztens entleert haben, musste ich ihn erst wieder mit Wasser befüllen, was knapp 1 Stunde dauert.

Danach bin ich dann zur Schneeschuh-Tour aufgebrochen. Im frischen Pulverschnee macht das definitiv mehr Spaß, aber ein bisschen Bewegung an der frischen Luft schadet ja nicht. Leider sind einige Wolken ins Tal gezogen und der Sonnenschein von heute vormittag ist verschwunden. Bis zum Fluß habe ich es leider auch nicht ganz geschafft. Das ist doch ein ganz schön langer Weg und mit Erschrecken musste ich irgendwann feststellen, dass ich mich mal besser schnell auf den Rückweg mache, denn Leo hatte mich gebeten mit dem Befeuern des Hot Tub gegen 16 Uhr anzufangen. Da blieb mir nun nur die Abkürzung über die Büffelwiese, um einigermaßen rechtzeitig wieder zurück zu sein.

Leo hatte mir gesagt, wenn keine Büffel zu sehen sind, dann kann ich da ruhig rüber gehen. Die stehen garantiert oben beim Heu bei der Scheune und somit kann ich rüber staksen. Zuvor musste ich aber einmal übers Holztor klettern und auf der gegenüberliegende Seite das gleiche Prozedere nochmals. Hoffentlich hat mich keiner dabei gesehen, das sah bestimmt nicht so elegant aus. 🙈

Mit meinen Schneeschuhen bin ich dann zeitgleich mit Amanda und Leo zurück zur Farm gekommen. Amanda hatte Leo zur Shoppingtour nach Golden mitgenommen. Er musste noch einige Dinge für die Werkstatt, sowie Lebensmittel und Putzmittel besorgen, die ich notiert hatte. Ich habe den beiden dann erstmal geholen die Einkäufe ins Haus zu tragen bevor ich mich ans Befeuern des Hot Tub gemacht habe. Mit Amanda habe ich mich nachher noch nett unterhalten. Schließlich wird sie, wenn Leo demnächst in Urlaub ist, hier öfters zusammen mit Matt vor Ort sein.

Gäste Cabin - mein Startpunkt

Schneeschuhe

Auf meiner Schneeschuh-Tour

Danach hatte ich noch ein gutes Stündchen Zeit bevor für mich wieder Dinner-Time angesagt war. Die Zeit habe ich mal nicht vorm Laptop verbracht sondern mit Lesen meines Buches. Zum Dinner habe ich heute direkt einen Teil der frischen Lebensmittel verarbeitet und von einer meiner Lieblings-Kochbuchautoren Ella Woodward etwas gekocht.

Als letzte Tagesaufgabe habe ich noch ein paar wenige Lichter im Gästehaus angemacht und nochmal das Feuer im Hot Tub kontrolliert - sieht ganz gut soweit aus und sollte hoffentlich reichen bis die Gäste gegen 21 Uhr hier sein werden.